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Gasstreit Türkei verlängert Erdgas-Suche um fünf Tage

Die Türkei will zudem ein Seemanöver mit Schießübungen vor Zypern abhalten. Europäische Interventionsversuche im Gasstreit sind bislang gescheitert.
27.08.2020 Update: 27.08.2020 - 14:07 Uhr Kommentieren
Eine Helikopter nimmt an einer griechisch-amerikanischen Militärübung südlich der Insel Kreta teil. Im Land begann eine Militärübung mit Marine und Luftwaffe im Mittelmeer in der Nähe des türkische Forschungsschiffs «Oruc Reis». Quelle: dpa
Militärübung in Griechenland

Eine Helikopter nimmt an einer griechisch-amerikanischen Militärübung südlich der Insel Kreta teil. Im Land begann eine Militärübung mit Marine und Luftwaffe im Mittelmeer in der Nähe des türkische Forschungsschiffs «Oruc Reis».

(Foto: dpa)

Istanbul/Berlin Die Türkei hat die umstrittene Erdgas-Suche ihres Forschungsschiffs „Oruc Reis“ im östlichen Mittelmeer um fünf Tage verlängert. Die zuständige Marinebehörde teilte am Donnerstag mit, der Einsatz werde nun am 1. September enden.

Die „Oruc Reis“ sucht seit der zweiten Augustwoche im östlichen Mittelmeer vor griechischen Inseln und westlich von Zypern nach Erdgas. Der Einsatz hätte eigentlich schon am 23. August auslaufen sollen, wurde dann aber von der Türkei zunächst bis Donnerstag verlängert.

Die türkische Marinebehörde kündigte auch Schießübungen für den 1. und 2. September nordöstlich von Zypern im östlichen Mittelmeer an. Der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar betonte am Donnerstag, dass die Übung unabhängig vom aktuellen Konflikt um Erdgas stattfinde.

Die Türkei sei zum Dialog bereit, sagte er. „Wenn sich unsere griechischen Amtskollegen in den kommenden Tagen dazu entscheiden, würden wir uns freuen, sie hier zu empfangen.“ Die Türkei und Griechenland müssten ihre Probleme bilateral lösen.

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    Frankreich hatte jüngst zudem angekündigt, sich an einem geplanten Manöver im östlichen Mittelmeer zu beteiligen. Man werde dazu drei Kampfjets und eine Fregatte bereitstellen. Das Manöver sei bis Freitag geplant, auch Italien, Griechenland und Zypern nähmen teil.

    Der Sprecher des türkischen Außenministeriums erklärte, mit der Stationierung von Militärmaschinen auf Zypern verletze Frankreich Verträge. Zudem ermutige Paris damit Griechenland und Zypern, die Spannungen in der Region weiter anzuheizen.

    Maas fordert Griechenland und Türkei auf Manöver zu beenden

    Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat Griechenland und die Türkei aufgefordert, ihre Militärmanöver im östlichen Mittelmeer zu beenden. Dies sei die Voraussetzung für direkte Gespräche über die Gebietsansprüche der beiden Nato-Partner im Mittelmeer, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag zum Auftakt eines EU-Außenministertreffens in Berlin. „Sicherlich werden sich die Parteien nicht an den Tisch setzen, wenn sich Kriegsschiffe im östlichen Mittelmeer gegenüberstehen.“

    Der Streit hatte sich an türkischen Erdgaserkundungen vor griechischen Inseln im östlichen Mittelmeer entzündet. Die Nato-Mitglieder Griechenland und Türkei erheben beide Ansprüche auf Seegebiete im östlichen Mittelmeer, in denen Öl- und Gasvorkommen vermutet werden.

    Die EU hat die Türkei aufgefordert, Bohrungen in den umstrittenen Gewässern zu stoppen. Das Forschungsschiff „Oruc Reis“ sucht dort begleitet von Kriegsschiffen nach Gas. Ankara argumentiert, dass das Gebiet zum Festlandsockel der Türkei gehöre.

    Der Türkei sind aber die griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo vorgelagert, weshalb das EU-Mitglied Griechenland das Seegebiet für sich beansprucht. Einen ähnlichen Konflikt gibt es um die Insel Zypern, vor deren Küste schon reiche Erdgasvorkommen entdeckt wurden.

    Deutschland versucht seit Wochen in dem Konflikt zu vermitteln – bisher ohne sichtbaren Erfolg. Am Dienstag war Maas (SPD) nach Griechenland und in die Türkei gereist, konnte aber keine unmittelbare Entspannung erreichen. Am Tag darauf hielten beide Seiten wieder Militärmanöver in der Region ab.

    Die Europäische Union behält sich weitere Sanktionen gegen die Türkei vor, sollte sich die Lage nicht entspannen. Maas lehnte es aber ab, diese Frage mit neuen EU-Sanktionen gegen Belarus zu verknüpfen. „Wenn wir damit anfangen, werden wir handlungsunfähig als Europäische Union“, sagte er. Diplomaten halten es für möglich, dass Griechenland und Zypern neue Belarus-Sanktionen blockieren könnten, solange es keine weiteren Strafmaßnahmen gegen die Türkei gibt.

    In der ehemaligen Sowjetrepublik Belarus gibt es seit mittlerweile mehr als zwei Wochen Proteste und Streiks gegen den autoritären Staatschef Lukaschenko, der bereits seit 26 Jahren an der Macht ist. Auslöser war die von Fälschungsvorwürfen überschattete Wahl, nach der sich der 65-Jährige mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger hatte erklären lassen.

    Mehr: Keine Ruhe nach EU-Mahnungen: Türkei und Griechenland weiter auf Konfrontationskurs

    • dpa
    • rtr
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