Global Risk: Zwischen Aufbruch und Abgrund – Brasilien stimmt am Sonntag auch über seine Zukunft ab
Präsident Bolsonaro verbucht die überraschende wirtschaftliche Erholung als Erfolg seiner Politik.
Foto: HandelsblattCamacari. Im Industriegebiet von Camacari wird an der Zukunft gebaut. „Rua Hidrogenio“ hat die Stadt die Straße benannt – „Wasserstoffstraße“. Gerade entsteht dort eine Raffinerie, der Chemiekonzern Unigel investiert 120 Millionen Dollar in eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff. Der Strom dafür kommt aus einem Windkraftwerk mit 230 Turbinen im Inland. Das deutsche Unternehmen Thyssen-Krupp Nucera liefert die Elektrolyseure.
Auch einen Hafen gibt es schon. Von dort aus sollen ab Ende nächsten Jahres Tanker mit Ammoniak und Wasserstoff Europa ansteuern. Praktisch alle großen Anbieter von Wind- und Solarstrom haben sich in Camacari niedergelassen. Auch Siemens Energy und Nordex-Acciona sind vertreten.
Es hat ein neuer Wettlauf ausländischer Konzerne nach Brasilien eingesetzt. Im vergangenen Jahr zog Brasilien nach den USA, China, Hongkong und Kanada am meisten ausländische Direktinvestitionen an. Die Investmentbank JP Morgan schätzt, dass es dieses Jahr mit rund 56 Milliarden Dollar noch mal zehn Prozent mehr werden.