Interview mit Emily Haber: Ehemalige Botschafterin in den USA sieht Deutschland „im Fadenkreuz“
Berlin. Die US-Wahl steht kurz bevor und Emily Haber ist eine erfahrene Expertin und Insiderin, wenn es um die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA geht. Sie war von 2018 bis 2023 Deutsche Botschafterin in den Vereinigten Staaten, die erste Frau auf diesem Posten. Es waren fünf bewegte Jahre in Washington D.C., zweieinhalb davon mit einem Präsidenten namens Donald Trump.
Im Rahmen einer Veranstaltung des Frauen-Wirtschaftsnetzwerks PULSE der Handelsblatt Media Group sprach Emily Haber über ihre Erwartungen an eine mögliche zweite Amtszeit Trumps, über Europas wachsende Verwundbarkeit („Europas Abhängigkeit in puncto Verteidigung gibt Trump einen stärkeren Hebel in die Hand“), das Risiko von Zöllen und die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von China („Deutschland wird in besonderer Weise im Fadenkreuz stehen“).
Lesen Sie hier das ganze Interview mit Emily Haber:
Frau Haber, Ihre erste Zeit als deutsche Botschafterin in Washington war ein diplomatischer Balanceakt. Was erwarten Sie, wenn Donald Trump wieder ins Weiße Haus einziehen sollte?
Als ich nach Washington ging, war Donald Trump seit eineinhalb Jahren Präsident. Damals haben viele noch geglaubt, dass die zahlreichen Korrektive dafür sorgen würden, dass die Politik im Mainstream bleibt. Es wurde danach aber immer sichtbarer, dass sein extremes Verhalten, die Unberechenbarkeit, Normalität ist. Sollte Trump gewählt werden, wird seine zweite Amtszeit keine Neuauflage der ersten sein. Sie wird anders.