Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Israel und arabische Staaten Nach dem Friedensvertrag erwarten Jerusalem und Abu Dhabi umfangreiche Geschäfte

Mit Washingtons Unterstützung baut Israel seine Beziehungen zu den arabischen Staaten aus. Umfangreiche Geschäfte sind möglich.
16.09.2020 - 11:40 Uhr Kommentieren
Die diplomatischen Beziehungen sollen nun aufgenommen werden. Quelle: AFP
Donald Trump (2.v.r.) mit den Vertretern von Israel, den Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain

Die diplomatischen Beziehungen sollen nun aufgenommen werden.

(Foto: AFP)

Tel Aviv Mit der Unterzeichnung historischer Abkommen wollen Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain den Weg für den Frieden im Nahen Osten ebnen. Im Beisein von US-Präsident Donald Trump besiegelten Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und die Außenminister der VAE und Bahrains, Abdullah bin Sajid und Abdullatif al-Sajani, am Dienstagabend im Weißen Haus in Washington die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

In Jerusalem und Abu Dhabi erwartet man nun umfangreiche Geschäftsabschlüsse. Ofer Akunis, Minister für regionale Kooperation im Kabinett von Premier Netanjahu, schätzt laut der britischen Zeitung „Financial Times“ (FT), dass sich das gesamte Handels- und Investitionsvolumen auf „Milliarden von Dollar“ belaufen könnte.

Auch am Golf ist die Stimmung euphorisch. Dort ist man insbesondere an den israelischen Technologien interessiert, laut dem emiratischen Wirtschaftsminister, Abdullah bin Touq Al Marri, vor allem in den Bereichen Medizin, Energie, Nahrungsmittelsicherheit, Fintech sowie Tourismus.

Der Deal zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen wurde zwar erst Dienstagabend unterzeichnet. Doch zuvor hatten bereits Dutzende israelische Wirtschaftsführer im Rahmen einer Erkundigungsreise Kontakte geknüpft. Daran beteiligt waren unter anderem Vertreter von Assekuranzgruppen, Airlines, Modeketten und Baufirmen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Bis Dienstag durfte der bilaterale Austausch bloß im Geheimen stattfinden. Dazu gehören vor allem auch Israels Rüstungsexporte an Abu Dhabi, die seit mindestens acht Jahren stattfinden – und wohl weiterhin geheim bleiben werden.

    Zwar unterhielt Israel mit Wissen der emiratischen Regierung in Dubai eine Interessenvertretung, diese musste aber diskret operieren. Der Handel wurde über Drittländer abgewickelt, zum Beispiel über Ungarn, Zypern oder Singapur.

    Intensive Beziehungen möglich

    Zahlreiche Hindernisse galt es, zu überwinden. Weil Internetseiten von den Regierungen blockiert wurden, musste man auf Virtuelle private Netzwerke (VPN) zurückgreifen. Besuche vor Ort war nur jenen Israeli möglich, die über eine zweite Staatsbürgerschaft verfügten.

    Doch nun stehen die Zeichen auf Änderung: Wie intensiv die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen werden könnten, zeigen zahlreiche Beispiele. So will eine der führenden Rechtskanzleien Israels, Herzog Fox & Neeman, in den Emiraten eine Filiale eröffnen. Und die beiden größten Banken Israels, Hapoalim und Leumi, haben mit emiratischen Geldhäusern Vereinbarungen unterzeichnet.

    Nachdem das Gesetz, das den Handel mit Israel verboten hatte, von Abu Dhabi annulliert wurde, werden jetzt sowohl in den Emiraten als auch in Israel bilaterale Projekte kommuniziert. Eine führende Firma für Künstliche Intelligenz (KI) aus Abu Dhabi, die Group 42, kündigte an, ein Scouting-Team nach Tel Aviv zu entsenden. Dort will es Kontakte zu Start-ups auf den Gebieten KI, Cloud-Computing und Med-Tech knüpfen.

    Zudem will die Group 42 israelischen Firmen helfen, im Mittleren Osten neue Märkte zu erschließen. Dubai bietet sich israelischen Unternehmen als Tor zum Mittleren Osten an.

    Eine Kooperation auf dem Gebiet Künstlicher Intelligenz bahnt sich auch zwischen dem renommierten Weizman-Institut und der Mohamed-bin-Zayed-Universität an.

    Sowohl in Israel als auch in den Emiraten setzt man zudem auf einen florierenden Tourismus. Zunächst muss zwar die Coronakrise überwunden werden – doch auch diesbezüglich wurden bereits Vereinbarungen unterschrieben. Das israelische Tourismusministerium hat einen Clip produziert, der die Emirati zu einem Besuch im Heiligen Land animieren soll.

    Das Sheba Medical Center, Israels größtes Krankenhaus, hat sich mit der emiratischen Gruppe APEX National Investment darauf verständigt, Patienten aus Dubai und Abu Dhabi zu behandeln. Die israelischen Gesundheitsmanager rechnen mit einem „signifikanten Medizintourismus“.
    Und auch der Himmel öffnet sich über den Emiraten und Israel. Emirates und Etihad Airlines werden Tel Aviv anfliegen. El Al und Israir, Israels zweitgrößte Airline, wollen die Destination Dubai ins Programm aufnehmen.

    Israelische Reisebüros bieten ab April Städteflüge nach Dubai an. Angeboten werden ebenfalls Luxusreisen. Auch hat Abu Dhabi die Hotels aufgefordert, für die fromme Israeli koschere Menüs anzubieten. In den Küchen sollen auf Anweisung der Scheichs sogar Bereiche ausgesondert werden, die für die Zubereitung koscherer Mahlzeiten geeignet ist.

    Und auch das Konsumzentrum Dubai lockt israelische Unternehmer: So will Scoop, ein führendes Schuhgeschäft mit 70 Filialen in Israel, ab März 2021 fünf Verkaufsstellen in den Emiraten eröffnen.
    Bahrain, mit dem Israel ebenfalls ein Abkommen zur Normalisierung unterzeichnet hat, ist für Israel als Markt zwar weniger bedeutend. Aber das Königreich könnte als „Brücke“ zu Saudi Arabien interessant sein. Bahrain ist mit der saudi-arabischen Wirtschaft eng verbunden und könnte israelischen Unternehmern einen riesigen Markt eröffnen.

    Mehr: Zweiter Lockdown in Israel: Netanjahu schickt das Land erneut in Quarantäne.

    Startseite
    Mehr zu: Israel und arabische Staaten - Nach dem Friedensvertrag erwarten Jerusalem und Abu Dhabi umfangreiche Geschäfte
    0 Kommentare zu "Israel und arabische Staaten: Nach dem Friedensvertrag erwarten Jerusalem und Abu Dhabi umfangreiche Geschäfte"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%