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Militärische AnalyseDer Ukraine-Krieg folgt einem lang gehegten Plan Putins – Wie weit rollen Russlands Panzer noch?

Militärexperten fürchten ein großes Blutvergießen in der Ukraine. Ob der russische Präsident dort haltmacht, ist unklar. Er operiert jedenfalls an der empfindlichsten Flanke der Nato.Sandra Louven und Mathias Brüggmann 24.02.2022 - 21:13 Uhr Artikel anhören

Schneller Durchmarsch oder langer Häuserkampf?

Foto: dpa

Im Rückblick ist ein lang gehegter Plan erkennbar: Spätestens als Wladimir Putin auf seiner Jahrespressekonferenz im Dezember 2020 über die Ukraine herzog und eine tiefgehende Analyse über das Land ankündigte, bereitete er deren Auslöschung als unabhängiger Staat vor. Am 12. Juni erschien dann sein Aufsatz „Über die Einheit der Russen und der Ukrainer“. Dort erkennt er der Ukraine die Staatlichkeit ab – argumentiert genauso wie in seiner fast einstündigen Ansprache zur Begründung seines militärischen Vorgehens gegen die Ukraine.

In der Nacht zum Donnerstag begann Putin, die Ukraine von drei Seiten aus anzugreifen: von Norden aus Weißrussland, vom Osten aus Russland und im Süden von der Krim aus. „Die militärische Disposition der russischen Truppen lässt nur einen Schluss zu: eine Besetzung großer Teile der Ukraine, zumindest für eine kurze Zeit“, sagt Franz-Stefan Gady, Militärexperte am International Institute for Strategic Studies (IISS).

Begonnen hätten die Angriffe mit massiven Raketenabwürfen auf Hauptquartiere und neuralgische Punkte der ukrainischen Streitkräfte und auf militärische Flughäfen sowie mit der Zerstörung der ukrainischen Luftverteidigungssysteme. Gleichzeitig seien Fallschirmtruppen hinter den ukrainischen Linien gelandet, begleitet von Kampfhubschraubern. Russland kontrolliere mit großer Wahrscheinlichkeit bereits den ukrainischen Luftraum, so Gady. Zudem gebe es Angriffe mit Panzerverbänden durch taktische Bataillonsgruppen von je 700 bis 900 Infanteristen.

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