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Mittelmeer-Konflikt Neue Kampfjets, längerer Wehrdienst: Athen rüstet gegen Ankara auf

Griechenland hat seine Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt – und pumpt Milliarden ins Militär. Es droht ein Wettrüsten unter Nato-Partnern.
19.10.2020 - 14:45 Uhr 4 Kommentare
Der griechische Verteidigungsminister kündigte an, die Regierung plane eine Verlängerung des Grundwehrdienstes beim Heer von neun auf zwölf Monate. Quelle: AP
Nikos Panagiotopoulos

Der griechische Verteidigungsminister kündigte an, die Regierung plane eine Verlängerung des Grundwehrdienstes beim Heer von neun auf zwölf Monate.

(Foto: AP)

Athen Eskortiert von Einheiten der türkischen Kriegsmarine hat das Forschungsschiff „Oruc Reis“ am Montag zwischen den griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo gekreuzt – in einem Gebiet, das Griechenland unter Berufung auf die Uno-Seerechtskonvention als seine Wirtschaftszone betrachtet.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan will auch das Bohrschiff „Yavuz“ in die umstrittenen Gewässer entsenden, ebenfalls begleitet von Kriegsschiffen. Die Türkei werde den Griechen „auf dem Feld die Antwort erteilen, die sie verdienen“, sagte Erdogan.

Griechenland hat seine Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Verteidigungsminister Nikos Panagiotopoulos kündigte am Sonntag an, die Regierung plane eine Verlängerung des Grundwehrdienstes beim Heer von neun auf zwölf Monate. Zugleich pumpt Griechenland Milliarden ins Militär. Die Pläne dürften in den kommenden Jahren etwa zehn Milliarden Euro verschlingen. Im Haushalt 2021 sind bereits 2,5 Milliarden für Rüstungsprogramme vorgesehen, fünfmal so viel wie in diesem Jahr.

Geplant ist unter anderem die Beschaffung von 18 französischen Rafale-Kampfjets und vier amerikanischen Seahawk-Hubschraubern. Vier Fregatten der griechischen Kriegsmarine sollen modernisiert und vier neue bestellt werden. Es gibt auch Überlegungen zur Beschaffung weiterer U-Boote des deutschen Typs 214. Die Streitkräfte sollen um 15.000 Berufssoldaten verstärkt werden.

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    Zahlenmäßig ist Griechenlands Armee der türkischen weit unterlegen. Den 107.000 aktiven griechischen Soldaten stehen 435.000 türkische gegenüber. Das türkische Heer verfügt über 330 Transporthubschrauber, Griechenland nur über 168. 

    Der türkische Staatschef will das Schiff in die umstrittenen Gewässer entsenden. Das Forschungsschiff „Oruc Reis“ hat diese bereits gekreuzt. Quelle: Reuters
    Bohrschiff „Yavuz“ (Aufnahme aus dem Jahr 2019)

    Der türkische Staatschef will das Schiff in die umstrittenen Gewässer entsenden. Das Forschungsschiff „Oruc Reis“ hat diese bereits gekreuzt.

    (Foto: Reuters)

    Etwas ausgeglichener sind die Kräfteverhältnisse zur See. Bei den U-Booten herrscht mit zwölf türkischen zu elf griechischen Einheiten zahlenmäßig fast Gleichstand – wobei Griechenland aber mit dem Typ 214 über die moderneren Boote verfügt. Bei den Fregatten ist die Türkei mit 19 Einheiten gegenüber 13 zahlenmäßig etwas im Vorteil. In der Luft sind Griechenland mit 232 und die Türkei mit 253 Kampfjets nahezu gleich stark. Hier droht die Türkei aber ins Hintertreffen zu geraten, weil die USA ihr wegen der Beschaffung russischer Luftabwehrraketen die Lieferung von 100 bestellten Jets des Typs F-35 verweigern.

    Ein Grund mehr für Erdogan, den Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie voranzutreiben. Während die Türkei noch 2015 rund 70 Prozent ihrer Rüstungsgüter importieren musste, sind es heute nur noch 30 Prozent. Besonders die Kriegsmarine will der Staatschef stärken. Die Türkei soll zu einer Seemacht werden, die das östliche Mittelmeer kontrolliert. 

    Der erste türkische Flugzeugträger „Anadolu“ geht auf der Werft von Tuzla seiner Fertigstellung entgegen. „Wir drücken uns nicht vor dem Kampf“, sagte der Staatschef bei einem Besuch der Werft. „Wir werden nicht zögern, Märtyrer und Veteranen zu hinterlassen.“

    Mehr: Angst vor Migranten: Griechenland baut Zäune an der Grenze zur Türkei.

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    4 Kommentare zu "Mittelmeer-Konflikt: Neue Kampfjets, längerer Wehrdienst: Athen rüstet gegen Ankara auf"

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    • (...) Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • (...)
      Griechenland kann es niemals mit der Türkei aufnehmen. Nur die Alliierten wie USA und VK können den Griechen beistehen, wie sie es auch 1974 getan haben.
      Dabei sind Christen so gemein, dass sie vornehmlich Terroristen, Kriegsverbrecher und Diktatoren oder All-In-One Kronprinzen unterstützen.
      (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: "Diskriminierung oder Diffamierung anderer Nutzer oder sozialer Gruppen aufgrund Ihrer Religion, Herkunft, Nationalität, sexueller Orientierung, Alter, Geschlecht oder einer Behinderung, ist ausdrücklich nicht erlaubt." https://www.handelsblatt.com/impressum/netiquette/kommentare-netiquette/6566098.html

    • Dann sollte man die Griechen mit entsprechenden Supertorpedos ausrüsten damit der Träger möglichst schnell zum U Boot wird.

    • Ich glaube: Erdogan ist gefährlicher als Trump: Erdogan ist ein Kriegstreiber und scheint jetzt endgültig größenwahnsinnig zu sein!

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