Möglicher russischer Angriff: Wird Moldau zur zweiten Ukraine? „Wir brauchen dringend Europas Unterstützung“
Leiterin des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Republik Moldau.
Foto: Friedrich-Ebert-StiftungFrau Mihailov, der Chef des moldawischen Geheimdienstes zeigte sich am Montag in einem Interview sicher, dass ein russischer Angriff auf Moldau 2023 bevorstehe. Es sei nur noch nicht klar, wann. Denkbar sei bereits der Januar. Teilen Sie diese Ansicht?
Eigentlich hat er nichts Neues gesagt, und die Drohung mit einem sogenannten bevorstehenden Angriff besteht seit Beginn des Ukraine-Krieges. In Anbetracht des Kriegsverlaufs und der Entwicklungen an der Südfront erscheint das Szenario eines Angriffs auf die Republik Moldau über die Region Transnistrien (die sich abgespalten hat und von Russland unterstützt wird, Anm. d. Red.) jedoch weniger wahrscheinlich.
Noch unwahrscheinlicher ist, dass die Republik Moldau vom Norden aus angegriffen wird. Dies würde bedeuten, dass Russland die Ukraine über Belarus angreifen müsste. Erst mit der Wiedereröffnung der Nordfront könnte Russland Moldau auf dem Landweg erreichen.
Was will Russland?
Nach Ansicht der hiesigen Behörden geht es Russland in Moldau weniger um einen konventionellen Krieg als vielmehr um den Sturz der Regierung und die Machtübernahme durch die prorussischen Kräfte mit Hilfe sogenannter hybrider Mechanismen – Informationskrieg, Massenproteste und dergleichen.