1. Startseite
  2. Politik
  3. International
  4. Nach umstrittener Wahl: Verhaftungen in Venezuela nach angeblichem Anschlagsplan gegen Maduro

Nach umstrittener WahlVerhaftungen in Venezuela nach angeblichem Anschlagsplan gegen Maduro

Venezuelas diplomatische Beziehungen mit einigen westlichen Ländern sind angespannt. Nun werden mehrere ausländische Staatsbürger verhaftet – Spanien und USA weisen aber die Vorwürfe zurück. 15.09.2024 - 15:14 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Die US-Regierung hatte am Donnerstag Sanktionen gegen mehrere Vertraute Maduros verhängt. Foto: AP

Caracas. In Venezuela sind sechs ausländische Staatsbürger wegen angeblichen Verdachts eines Anschlagsplans auf Staatspräsident Nicolás Maduro verhaftet worden. Der Plan habe „Gewalt erzeugen“ und das Land „destabilisieren“ sollen, sagte Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello auf einer Pressekonferenz.

Hinter den Plänen sollen laut Cabello die Geheimdienste Spaniens, der USA und auch Oppositionsführerin María Corina Machado stehen. Festgenommen wurden zwei spanische, drei US-amerikanische und ein tschechischer Staatsbürger. Zudem seien mehr als 400 Gewehre und Pistolen beschlagnahmt worden, die aus den USA stammen sollen.

Spanien wies die Vorwürfe der Spionage zurück. Die festgenommenen Spanier hätten keine Verbindung zum Geheimdienst, verlautete am Sonntag aus dem Außenministerium in Madrid. Spanien verfolge auch keine Pläne zur Destabilisierung des südamerikanischen Staates.

Auch die USA wiesen bereits früher die Vorwürfe gegen ihre Staatsbürger zurück. „Jegliche Behauptung, die USA seien in ein Komplott zum Sturz Maduros verwickelt, ist kategorisch falsch“, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums. „Die USA unterstützen weiterhin eine demokratische Lösung der politischen Krise in Venezuela.“

Die Verhaftungen erfolgen inmitten diplomatischer Spannungen zwischen Caracas und den Regierungen Spaniens und der USA. In dieser Woche rief Venezuela als Reaktion auf eine kritische Äußerung der spanischen Verteidigungsministerin Margarita Robles seine Botschafterin in Madrid zu Konsultationen und bestellte den spanischen Botschafter in Caracas ein.

Robles hatte am Donnerstag bei einer Buchvorstellung in Madrid Bezug auf Venezolaner im Exil genommen und dabei gesagt, die Männer und Frauen hätten ihr Land verlassen müssen, „genau wegen der Diktatur, die sie erleben“. Venezuelas Außenminister Yván Gil bezeichnete die Äußerungen der spanischen Ministerin als „unverschämt, störend und unhöflich“.

Die US-Regierung hatte am Donnerstag Sanktionen gegen mehrere Vertraute Maduros verhängt, denen sie vorwirft, einen transparenten Wahlprozess behindert zu haben.

Oppositionsführerin ruft erneut zu weltweiten Demos auf

Oppositionsführerin Machado rief Venezolaner auf der ganzen Welt erneut zu Protesten auf. „An diesem 28. September werden die Venezolaner die ganze Welt in Aufruhr versetzen“, schrieb sie auf der Plattform X. Dazu teilte Machado ein Video, in dem unter anderem venezolanische Fernsehmoderatoren, Schauspieler und Komiker zu Wort kommen. Sie fordern etwa, dass Oppositionskandidat Edmundo González von der Welt als gewählter Präsident von Venezuela anerkannt werde.

Oppositionsführerin Machado rief Venezolaner auf der ganzen Welt erneut zu Protesten auf. Foto: Jeampier Mattey/dpa

Der Protest soll genau zwei Monate nach der Wahl am 28. Juli stattfinden. Bereits vor knapp einem Monat hatten Tausende Menschen auf der ganzen Welt gegen die Regierung des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro protestiert. Nach Angaben der Regierungsgegner hatte es Demonstrationen in Venezuelas Hauptstadt Caracas und in 300 Städten auf der ganzen Welt gegeben.

Venezuelas Oppositionsführer nach Spanien ausgereist

Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem seit elf Jahren von Staatschef Nicolás Maduro autoritär regierten Venezuela und vielen westlichen Ländern haben sich nach der Präsidentenwahl Ende Juli weiter verschlechtert. Die linientreue Wahlbehörde hatte Maduro zum Sieger erklärt. Die Opposition des Landes sprach hingegen von Wahlbetrug und reklamierte den Sieg für ihren Kandidaten Edmundo González.

Dieser war am vergangenen Wochenende nach Spanien ausgereist und hatte dort politisches Asyl beantragt. Zuvor war gegen ihn in Venezuela Haftbefehl unter anderem wegen Sabotage, Verschwörung und Amtsanmaßung erlassen worden.

Verwandte Themen
Venezuela
USA
Spanien
Nicolas Maduro

Die USA und mehrere Länder Lateinamerikas erkennen González als Wahlsieger an. Auch die EU bezweifelt das offizielle Ergebnis.

dpa, rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt