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Nahost Israels Luftwaffe greift Haus eines Hamas-Führers in Gaza an – US-Spitzendiplomat zur Vermittlung in Israel

Das Haus des Hamas-Führers habe als „Terror-Infrastruktur“ gedient, teilte die israelische Armee mit. Derweil bemühen sich die USA intensiv um Deeskalation.
15.05.2021 Update: 15.05.2021 - 17:56 Uhr Kommentieren
In dem Turm waren unter anderem Büros der Medien-Einrichtungen Al-Jazeera und Associated Press. Quelle: AFP
Feuer-Explosion im Jala Tower in Gaza

In dem Turm waren unter anderem Büros der Medien-Einrichtungen Al-Jazeera und Associated Press.

(Foto: AFP)

Jerusalem, Gaza Israels Luftwaffe hat nach eigenen Angaben das Haus eines ranghohen Führers der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas bombardiert. Man habe das Haus von Chalil al-Haja angegriffen, Vize-Chef des Hamas-Politbüros, teilte die israelische Armee am Samstag bei Twitter mit.

Das Haus habe als „Terror-Infrastruktur“ gedient. Die Arme veröffentlichte ein Video des Angriffs. Nach palästinensischen Angaben hielt Al-Haja sich aber zur Zeit des Angriffs nicht in dem Haus auf.

Militante Palästinenser im Gazastreifen hatten zuvor am Samstag die Küstenmetropole Tel Aviv drei Mal mit Raketen angegriffen. Dabei wurde einem Tel Aviver Vorort ein Mensch getötet. Es waren die bisher intensivsten Angriffe auf den Großraum Tel Aviv.

Im Zuge der Gefechte im Nahen Osten hat ein israelischer Luftangriff zudem ein Gebäude in Trümmer gelegt, in dem sich Büros der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und des TV-Senders Al Dschasira befanden. Das berichten die AP sowie ein Reuters-Augenzeuge.

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    In dem Gebäude befanden sich auch Wohnungen und weitere Büros. Nach Angaben der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) waren in dem Gebäude militärische Güter der Hamas. Die Hamas würde sich hinter denen Medienbüros verstecken und „sie absichtlich als menschliche Schutzschilde verwenden“, teilte die IDF bei Twitter mit.

    Etwa eine Stunde zuvor hatte der Besitzer des Hauses laut AP eine Warnung erhalten. Das israelische Militär habe ihn angerufen und aufgefordert sicherzustellen, dass das Gebäude binnen einer Stunde geräumt werde, sagte Dschauwad Mahdi demnach am Samstag. AP-Angestellte und Einwohner hätten daraufhin in panischer Flucht das Haus verlassen.

    In dem seit Tagen anhaltenden Konflikt zwischen der israelischen Regierung und der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas hat die Hamas täglichen Hunderte Raketen auf israelische Städte gefeuert – insgesamt sind es nach Schätzungen der israelischen Armee seit Beginn der Eskalation bereits mehr als 2300.

    Israels Luftwaffe hat mit massiven Angriffen in dem Küstengebiet reagiert. Dort hat sie ein breites Tunnelsystem der Hamas angegriffen und dabei nach eigenen Angaben rund 500 Tonnen Munition eingesetzt. An dem Angriff auf das sogenannte Metro-System in der Nacht zum Freitag seien 160 Flugzeuge des Typs F-16 und F-35 beteiligt gewesen, sagte ein ranghoher Offizier der israelischen Luftwaffe am Samstag. Es sei noch unklar, ob und wie viele Hamas-Kämpfer dabei getötet worden seien. „Potenziell sind es aber Hunderte“, sagte er.

    Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden dort seit der Eskalation des Konflikts am Montagabend rund 140 Menschen getötet und 1000 verletzt. Wie Israels Armee mitteilte, kamen in Israel durch den Raketenbeschuss der vergangenen Tage acht Menschen ums Leben.

    Wie die Deutsche Presse-Agentur zuvor aus ägyptischen Sicherheitskreisen erfuhr, lehnte Israel ein Angebot Ägyptens zur Vermittlung einer Feuerpause ab. Derweil bemühen sich die USA intensiv um Deeskalation. Wie die US-Botschaft in Israel am Freitagabend mitteilte, landete der Spitzendiplomat Hady Amr auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv. US-Außenminister Antony Blinken hatte ihn gebeten, sich mit Vertretern beider Seiten zu treffen.

    Im dicht besiedelten Gazastreifen leben etwa zwei Millionen Menschen. Die Humanitäre Koordinatorin für die Palästinensergebiete, Lynn Hastings, erklärte, die Vereinten Nationen schätzten, dass wegen der andauernden Feindseligkeiten bereits rund 10.000 Palästinenser ihre Häuser im Gazastreifen hätten verlassen müssen.

    Absage der palästinensischen Parlamentswahl verschärften Konflikt

    Israel und Ägypten halten den Gazastreifen unter Blockade und begründen dies mit Sicherheitserwägungen. Die islamistische Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Sie hat die Zerstörung Israels zu ihrem Ziel erklärt.

    Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich während des muslimischen Fastenmonats Ramadan und nach der Absage der palästinensischen Parlamentswahl zugespitzt. Als Auslöser gelten etwa Polizei-Absperrungen in der Jerusalemer Altstadt, die viele junge Palästinenser als Demütigung empfanden.

    Hinzu kamen Auseinandersetzungen von Palästinensern und israelischen Siedlern im Jerusalemer Viertel Scheich Dscharrah wegen Zwangsräumungen sowie heftige Zusammenstöße auf dem Tempelberg (Al-Haram al-Scharif). Die Anlage mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Die islamistische Hamas hat sich zum Verteidiger Jerusalems erklärt.

    Heftige Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gab es am Freitag in mehreren Orten im Westjordanland. Dabei starben nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mindestens neun Menschen, 21 weitere wurden schwer verletzt. Israels Armee reagierte zunächst nicht auf Anfragen zu den Angaben.

    An diesem Samstag ist Tag der Nakba (Katastrophe). Die Palästinenser gedenken dann der Vertreibung und Flucht Hunderttausender Palästinenser im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. In diesem Jahr fällt der Tag zusammen mit dem dritten Tag des Eid-al-Fitr-Festes, des sogenannten Zuckerfestes zum Ende des Ramadans.

    UN-Friedensmission: Kontakt zu israelischer Armee

    Für Besorgnis in Israel sorgten zusätzlich zwei Vorfälle im Norden. Zwei Demonstranten aus dem Libanon kamen bei Zusammenstößen an der Grenze zu Israel ums Leben, einer von ihnen durch Panzerfeuer. Ein 21-Jähriger sei getroffen worden, nachdem er mit Dutzenden anderen am Freitag über den Grenzzaun auf israelisches Gebiet gelangt sei, berichtete die staatliche libanesische Agentur NNA. Laut Augenzeugen wurde er am Bauch getroffen und starb später im Krankenhaus.

    Ein zweiter Demonstrant wurde den Angaben nach angeschossen und erlag später seinen Verletzungen, wie Sicherheitskreise bestätigten. Die israelische Armee bestätigte, dass Panzer Warnschüsse auf eine Gruppe von Randalierern abgefeuert hätten.

    Die Demonstranten hatten ihre Solidarität mit den Menschen in Gaza und Jerusalem gezeigt und palästinensische Flaggen mit Blick auf das Dorf Metula im Norden Israels geschwenkt. Die UN-Friedensmission Unifil teilte mit, im Kontakt mit der israelischen und libanesischen Armee zu stehen, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

    Wie Israels Armee mitteilte, wurden zudem am Freitagabend drei Raketen von Syrien aus in Richtung Israel abgefeuert. Eine davon sei auf syrischem Boden niedergegangen. Nähere Einzelheiten nannte Israels Militär zunächst nicht. Berichte über mögliche Schäden gab es zunächst nicht.

    Mehr: Wieder Ausschreitungen in Israel – Polizei nimmt Verdächtige fest

    • dpa
    • ap
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