Neue Sicherheitsstrategie: Japan will nach den USA und China drittgrößter Rüstungshersteller werden
Teure Rüstung: Ein japanischer Panzer kostet drei Mal so viel wie ein deutscher Leopard.
Foto: IMAGO/AFLOTokio. Vom schwachen Rüstungsstandort zu einer Exportnation für Waffen und Kampfjets: Das ist das Ziel von Japans Ministerpräsident Fumio Kishida. Die Kehrtwende hatte die Regierung bereits im Dezember eingeläutet, als sie verkündete, erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg ohne die USA als Kooperationspartner ein Kampfflugzeug zu entwickeln.
Bis 2035 will die Hightech-Nation nun mit Großbritannien und Italien einen Kampfjet einsatzbereit haben. Dafür legen die drei Partner das britisch-italienische Tempest-Projekt mit Japans Vorhaben für einen Nachfolger des F-2-Jägers zusammen.
Die Stärkung der Rüstungsindustrie ist Teil von Japans neuer Verteidigungsstrategie, die Ministerpräsident Kishida Mitte Dezember vorgestellt hat. Japan will trotz Protest aus Peking zudem Raketen für Gegenschläge auf chinesische, nordkoreanische und russische Militärbasen anschaffen, bis 2027 sollen die Rüstungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts verdoppelt werden. Japan würde damit nach den USA und China den weltweit drittgrößten Rüstungshaushalt haben – und ein Nutznießer der plötzlichen Geldschwemme wird Japans Rüstungsindustrie.
Aus den durch Exportbeschränkungen geschwächten Waffenherstellern soll laut Ministerpräsident Kishida eine Exportindustrie werden. Schon die Wahl der Kampfjet-Partner signalisiert Kishidas Willen, die heimische Rüstungsindustrie globaler aufzustellen.