Niall Ferguson: „Deutschland ist die letzte und beste Hoffnung Europas“
London. „Wie lange machen wir das jetzt schon?“, fragt Niall Ferguson zu Beginn des Gesprächs in seinem Londoner Büro unweit der Oxford Street. Seit mehr als 15 Jahren trifft sich der in Stanford und Harvard lehrende Wirtschaftshistoriker regelmäßig mit dem Handelsblatt zum Interview. Oft lag der gebürtige Schotte dabei mit seinen Ansichten quer zur vorherrschenden Meinung in Europa.
Daran hat sich auch jetzt nichts geändert: Ferguson unterstützt US-Präsident Donald Trump und zieht nach neun Monaten eine positive Bilanz von dessen Amtszeit. Zugleich warnt er vor einem Konjunktureinbruch in den USA und einem Platzen der KI-Blase. Deutschlands Rüstungspolitik kritisiert er hart und spricht von einer vertanen Chance. Der Wissenschaftler sieht die Antworten von Rechtspopulisten auf die aktuellen Probleme als nicht überzeugend an und glaubt nicht daran, dass sich das politische System Chinas erhalten kann.