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PandemieDänemark hebt trotz hoher Corona-Infektionszahlen alle Restriktionen auf

Die Zahl der Neuinfektionen erreicht fast täglich neue Rekordstände, aber die Zahl der Intensivpatienten bleibt niedrig. Am Montag enden die meisten Einschränkungen.Helmut Steuer 26.01.2022 - 15:52 Uhr Artikel anhören

Dänemark hebt die Corona-Einschränkungen auf.

Foto: imago images/Dean Pictures

Stockholm. Dänemark stuft Corona nicht länger als Gefährdung für die Gesellschaft ein. Deshalb könnten alle noch geltenden Restriktionen wie Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr und anderen öffentlichen Plätzen aufgehoben werden, sagte der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Mittwoch.

Auch wird kein Impfpass mehr für den Zutritt zu Freizeit-, Kultur- und gastronomischen Einrichtungen benötigt. Stimmt das Parlament dem Vorschlag zu, enden die noch bestehenden Einschränkungen am 31. Januar. Die Einstufung von Covid-19 als gesellschaftsbedrohende Krankheit soll zum 5. Februar aufgehoben werden.

Nicht von den Lockerungen betroffen sind die Einreise- und Testvorschriften. Wer nach Dänemark reist, muss einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden ist. Ein Antigen-Test darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Dänemark hat mit gut 5000 eine der höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen in Europa. Obwohl die Neuinfektionen steil in die Höhe geschossen sind, hält sich die Zahl der Intensivpatienten aber auf einem stabilen, niedrigen Niveau. „Wir glauben, dass die Epidemie zeitnah ihren Höhepunkt erreichen wird“, twitterte Heunicke. Gleichwohl betonte er, dass die Pandemie noch nicht vorüber sei.

Die dänische Entscheidung, die Restriktionen aufzuheben, folgt einer Empfehlung der Corona-Expertenkommission. Auch das staatliche Serum Institut SSI rechnet damit, dass in Kürze eine Herdenimmunität in Dänemark erreicht wird. „Die Infektionszahlen werden sinken, da es für das Virus immer schwieriger wird, Opfer in der Gesellschaft zu finden“, erklärte die SSI-Chefepidemiologin Tyra Grove Krause.

Ein Grund dafür ist die vergleichsweise hohe Impfbereitschaft der Däninnen und Dänen. Über 81 Prozent der Bevölkerung sind zweifach geimpft, eine Boosterimpfung haben knapp über 60 Prozent der Bevölkerung erhalten. Ein weiterer Grund ist, dass rund jeder Vierte in Dänemark bereits infiziert war.

Im Gegensatz zu Dänemark verlängert Schweden die Einschränkungen

Dänemark hatte bereits im September vergangenen Jahres so gut wie alle Restriktionen aufgehoben und die Pandemie nicht mehr als gesellschaftsgefährdend angesehen. Nur wenige Wochen später musste die Regierung dann allerdings zurückrudern und die gerade aufgehobenen Einschränkungen wieder einführen, weil die Infektionszahlen in die Höhe schossen. Und auch jetzt ist nicht ausgeschlossen, dass neue Restriktionen wieder eingeführt werden, sollte sich die Infektionslage verschlechtern.

Die sozialdemokratische Minderheitsregierung von Ministerpräsidentin Mette Fredriksen hatte während der Coronapandemie zunächst einen relativ harten Kurs gefahren: Restriktionen wurden eingeführt, sobald die Infektionszahlen nach oben schnellten. Im Gegensatz zu mehreren anderen Ländern trug die Bevölkerung im kleinen Königreich die Einschränkungen mehrheitlich mit, Proteste gab es kaum.

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Während Dänemark so gut wie alle Restriktionen aufhebt, verlängerte die Regierung im Nachbarland Schweden am Mittwoch alle geltenden Einschränkungen für weitere zwei Wochen. „Wir hinken zeitlich hinter anderen Ländern her“, erklärte Gesundheitsministerin Lena Hallengren zu der unterschiedlichen Strategie von Dänemark und Schweden.

Sie betonte, dass Schweden derzeit mit „einer extrem hohen Infektionsrate“ zu kämpfen habe. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei über 2600. Deshalb gelten weiterhin Begrenzungen der Anzahl von Besuchern von öffentlichen Veranstaltungen oder Restaurants. Außerdem müssen alle gastronomischen Betriebe um spätestens 23 Uhr schließen.

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