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Pandemie in Großbritannien „Konzept eines Lockdowns wird bald überflüssig“ – Johnson lockert Maßnahmen vor Weihnachten

Die Briten dürfen Weihnachten mit der Familie feiern, die Geschäfte öffnen wieder – trotz hoher Corona-Zahlen. Doch der Premier muss sich noch mit Wales, Schottland und Nordirland abstimmen.
23.11.2020 - 19:10 Uhr Kommentieren
Der britische Premier war wegen seiner Corona-Quarantäne per Videoschalte ins Parlament zugeschaltet. Quelle: dpa
Boris Johnson

Der britische Premier war wegen seiner Corona-Quarantäne per Videoschalte ins Parlament zugeschaltet.

(Foto: dpa)

London Er steht noch unter Quarantäne in der Downing Street, doch Boris Johnson erlaubte sich am Montag etwas Zuversicht. „Die wissenschaftliche Kavallerie ist in Sicht“, erklärte der britische Premierminister bei der Vorstellung seines „Corona-Winterplans“. „Das ganze Konzept eines Corona-Lockdowns wird bald überflüssig sein.“

Am Morgen hatten die Forscher der Universität Oxford und des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca einen Durchbruch bei ihrem Impfstoff verkündet. Damit steht nun der dritte Impfstoff weltweit kurz vor der Zulassung. Wegen seiner Quarantäne war Johnson nur per Video in das Parlament zugeschaltet, doch das tat seiner Begeisterung über diese „wundervolle britische wissenschaftliche Leistung“ keinen Abbruch.

Erstmals sei klar, dass diese Pandemie irgendwann ein Ende haben werde, sagte Johnson. Doch müsse man erst noch den Winter durchhalten. Die britischen Zahlen sind noch immer hoch: In den vergangenen sieben Tagen lag die Zahl der Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern, die maßgebliche Sieben-Tage-Inzidenz, in Großbritannien bei 238.

Er hatte ein paar gute Nachrichten für die Corona-müden Engländer: Der landesweite Lockdown wird am 2. Dezember nach vier Wochen enden. Alle Geschäfte dürfen in der Vorweihnachtszeit wieder öffnen, ebenso wie Kinos, Fitnessstudios und religiöse Einrichtungen. In Risikogebieten wird es jedoch weiterhin regionale Einschränkungen für die Gastronomie und private Haushalte geben.

Der Anstieg der Infektionsraten habe sich verlangsamt, erklärte Johnson. Deshalb könne man kommende Woche zum Ampelsystem mit regionalen Einschränkungen zurückkehren. Aber es würden nun mehr Regionen als vorher als Risikogebiete eingestuft. Man müsse „den Druck auf das Virus aufrechterhalten.“

Welche Regionen künftig als Risikogebiete eingestuft werden, soll am Donnerstag bekanntgegeben werden. Die Vorschriften in den einzelnen Stufen werden im Vergleich zu der Zeit vor dem Lockdown verschärft. Deshalb werden auch weiterhin viele Hotels, Restaurants und Pubs im Land geschlossen bleiben.

Es wird erwartet, dass neben den nordenglischen Städten auch die Hauptstadt London mit den schärfsten Einschränkungen belegt wird. Lockdown-Gegner bemängeln daher, dass der Lockdown unter anderem Namen fortgeführt werde. Bei der Abstimmung über die neuen Maßnahmen werden erneut etliche Abweichler in der Regierungsfraktion erwartet.

Briten dürfen Weihnachten mit der Familie feiern

Weihnachten sollen die Briten aber mit Familie und Freunden feiern dürfen. Die in Risikogebieten geltenden Kontaktverbote sollen über die Feiertage ausgesetzt werden. Man wolle es Familien erlauben, sich an Weihnachten zu sehen, bestätigte Johnson.

Die genauen Details will er im Laufe der Woche verkünden, sobald diese mit den Regionalregierungen in Schottland, Wales und Nordirland abgestimmt sind. Im Gespräch ist eine Ausnahmeregelung für fünf Tage. Jeder müsse sorgfältig abwägen, bevor er ältere Verwandte besuche, betonte Johnson. „Das Virus kennt keine Weihnachten.“

Der Premier kündigte auch neue Massentests an. Das Pilotprojekt in Liverpool, das seit gut zwei Wochen läuft, habe zum Rückgang der Neuinfektionen beigetragen, sagte der Regierungschef. Man wolle die Schnelltests in den kommenden Wochen landesweit anbieten. Häufige Schnelltests würden die Quarantäne überflüssig machen und damit der Wirtschaft helfen, erklärte Johnson.

Labour-Oppositionsführer Keir Starmer warnte, das dreistufige Ampelsystem habe in der Vergangenheit nicht funktioniert und zum Lockdown geführt. Zwar seien die Vorschriften in den einzelnen Stufen nun verschärft, aber die Zweifel blieben. Vor allem die Kontaktverfolgung habe sich als Flop erwiesen. Die Wahrscheinlichkeit, das Virus unter Kontrolle zu bringen, sei daher gering.

Auch forderte der Labour-Politiker weitere staatliche Unterstützung für betroffene Betriebe in den Risikogebieten. Finanzminister Rishi Sunak hatte zuletzt den Lohnersatz für freigestellte Mitarbeiter bis Ende März verlängert.

Mehr: AstraZeneca und Universität Oxford melden Durchbruch bei Impfstoff.

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