Parlamentswahl: ANC droht in Südafrika Verlust der absoluten Mehrheit
Midrand. In Südafrika deuten erste Ergebnisse der Parlamentswahl auf einen erstmaligen Verlust der absoluten Mehrheit des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) seit 30 Jahren hin. Nach Auszählung von zehn Prozent der Wahllokale liege der ANC von Präsident Cyril Ramaphosa bei rund 42 Prozent der Stimmen, teilte die Wahlkommission am Donnerstag mit. Demnach kommt die wirtschaftsfreundliche Demokratische Allianz auf 26 Prozent der Stimmen und die marxistisch ausgerichteten Kämpfer für wirtschaftliche Freiheit (EFF) auf acht Prozent.
Am Mittwochabend waren die Wahllokale noch mehrere Stunden nach dem offiziellen Ende der Stimmabgabe offen geblieben. Die Wahlkommission hatte entschieden, jeder, der darauf wartete, seine Stimme abzugeben, solle dies auch machen können.
Nach Einbruch der Dunkelheit hatten sich kilometerlange Schlangen vor den Wahllokalen gebildet. Der Leiter der Wahlbehörde, Sy Mamabolo, geht davon aus, dass die Wahlbeteiligung deutlich über den 66 Prozent der Parlamentswahl 2019 liegen wird.
Der ANC regiert Südafrika seit dem Ende der Apartheid vor 30 Jahren. Seine Popularität hat durch Korruptionsfälle, Arbeitslosigkeit vor allem unter Jugendlichen, weit verbreitete Kriminalität und illegale Einwanderung gelitten. Sollte sich der Trend der ersten Ergebnisse bestätigen, wird die Partei auf einen Koalitionspartner angewiesen sein.