1. Startseite
  2. Politik
  3. International
  4. Power of Siberia 2: Russland will mehr Gas nach China liefern

Power of Siberia 2Russland will mehr Gas nach China liefern

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich Russland und China auf den Bau einer Pipeline verständigt. An den Exporten verdient Moskau aber weniger als an früheren EU-Lieferungen. 02.09.2025 - 10:54 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Russlands Präsident Wladimir Putin: Mehr Pipelines nach China. Foto: REUTERS

Peking, Düsseldorf. Der russische Energiekonzern Gazprom hat ein rechtsverbindliches Abkommen über den Bau der Gaspipeline „Power of Siberia 2“ nach China über die Mongolei unterzeichnet und vereinbart, die Lieferungen über zwei weitere Routen zu erweitern.

Der Konzern wird 30 Jahre lang pro Jahr bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas über die „Power of Siberia 2“ liefern, berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den Vorstandsvorsitzenden Alexey Miller in Peking.

Der Preis für den Treibstoff werde niedriger sein als der, den Gazprom seinen Kunden in Europa derzeit in Rechnung stelle, sagte Miller den Berichten zufolge.

Putin besucht China

Bei einem Treffen am Dienstag in der Hauptstadt betonten beide Staatschefs erneut ihre enge Partnerschaft. „Die Beziehungen haben die Prüfung des internationalen Wandels bestanden und könnten weiter ausgebaut werden“, sagte Xi laut der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Putin erklärte nach Angaben des Kremls, die russisch-chinesischen Beziehungen befänden sich auf „beispiellos hohem Niveau“.

Mit der Vereinbarung über die neue Pipeline will Gazprom seine Rolle als wichtiger Gaslieferant für das asiatische Land ausbauen und die nach der Invasion in der Ukraine gesunkenen europäischen Lieferungen teilweise ersetzen.

Allerdings ist der Deal keine spontane Reaktion auf die Gaslieferstopps Russlands nach Europa im Zuge des Ukrainekriegs: Die Pipeline „Power of Siberia 2“ ist bereits seit September 2020 in Planung.

Pipeline-Exporte nach Europa stark eingebrochen

Die Transportkapazität von 50 Milliarden Kubikmetern pro Jahr entspricht zwar fast der Kapazität der stillgelegten Nord Stream 1 Pipeline, die von Russland nach Deutschland führte.

Insgesamt aber hat Russland vor dem Überfall auf die Ukraine stets zwischen 175 und 200 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Europa und in die Türkei exportiert. In den vergangenen beiden Quartalen lagen die Pipelinegasexporte nur noch bei jeweils etwa vier Milliarden Kubikmetern. Von den ehemaligen Pipeline-Transportrouten ist nur noch die „Turkstream“-Pipeline aktiv.

Nun hat sich Gazprom laut den Berichten zusätzlich zum Bau der „Power of Siberia 2“- Pipeline bereit erklärt, die Lieferungen nach China über die bestehende Power-of-Siberia-Route um weitere sechs Milliarden Kubikmeter pro Jahr zu erhöhen. Die derzeitige Jahreskapazität liegt bei 38 Milliarden Kubikmetern.

Verwandte Themen
China
Gazprom
Russland
Europa
Wladimir Putin
Ukraine

Zudem sollen den Berichten zufolge Gaslieferungen über eine weitere Pipeline erhöht werden, die sich bereits im Bau befindet. Es geht um die Gasroute „Fernost“, die Gas von der russischen Sachalin-Insel durch das Japanische Meer nach China bringen und 2027 in Betrieb gehen soll. Statt zehn Milliarden Kubikmetern soll die Pipeline künftig zwölf Milliarden Kubikmeter pro Jahr zur Verfügung stellen.

Bloo, catk, ben
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt