Prozessauftakt: Ehemalige Dax-Manager um Millionen betrogen
Die Liste der Geschädigten aus Deutschland ist lang – und die Geschichte, der sie aufgesessen waren, äußerst abstrus.
Foto: Dpa, Imago (2)Istanbul. Michael Stadtfelder wollte bis zum Schluss nicht glauben, auf einen Betrüger reingefallen zu sein. Der Unternehmer aus dem Rheinland investierte insgesamt vier Millionen Euro in Projekte für Solarenergie in der Türkei. Das dachte er zumindest. Denn dort, wo er das Geld gewinnbringend anlegen wollte, kam es nie an.
Es ist wohl ein Millionenbetrug, dem rund ein Dutzend deutsche Mittelständler und Manager aufgesessen sind. Einer der Geschädigten war früher im Vorstand der Siemens AG tätig, ein anderer im Solar-Sektor aktiv. Auch ehemalige Telekom-Manager sollen zu den Betrugsopfern gehören.
Es sind allesamt gestandene Geschäftsleute, die in ihrem Beruf täglich Deals einfädeln, Risiken abwägen und für jede Entscheidung haftbar gemacht werden können. Aber deren natürliche Skepsis offenbar kapituliert, wenn es um die eigene Geldanlage geht. Auch Stadtfelder führt einen deutschen Mittelständler und heißt eigentlich anders – keines der Betrugsopfer will seinen Namen in der Zeitung sehen.
Der mutmaßliche Betrüger Ayhan Y. sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. An diesem Mittwoch wird ihm und mutmaßlichen Mittätern in Istanbul der Prozess gemacht.