Rohstoffforum: Energiewende: Ist Russlands gesamtes Geschäftsmodell in Gefahr?
Den neuen Treibstoff will Russland gern in großem Stil liefern. Doch es gibt viele Hürden.
Foto: dpaBerlin. Grün, blau, gelb oder türkis – an dem Farbenspiel für Wasserstoff entscheidet sich Russlands Zukunft als Rohstofflieferant. Das Riesenreich will vor allem Wasserstoff aus Atomkraft (im Fachjargon „gelber“ Wasserstoff genannt) oder aus Erdgas (je nach Herstellung „blau“ oder „türkis“) in den Markt drücken.
Aber die Europäische Union (EU), die bis 2050 klimaneutral werden will, besteht auf „grünem“ Wasserstoff, der mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Deshalb droht Russland, das bisher die Hälfte seiner Staatseinnahmen aus dem Export von Öl, Gas und Kohle generiert, der Verlust seines bisherigen Geschäftsmodells.
Das war der Tenor auf dem deutsch-russischen Rohstoffforum, das am Donnerstag virtuell aus Leipzig veranstaltet wurde. Hohe Regierungsvertreter diskutierten über die Zukunft der deutsch-russischen Energiepartnerschaft. Dabei wurden vier Hürden sichtbar, die Russland nehmen muss, um der weltgrößte Energieexporteur bleiben zu können.
Erste Hürde: Das Farbenspiel beim Wasserstoff
„Erdgas werden wir noch für ein paar Jahre als Brückentechnologie brauchen, sogar in den nächsten Jahren noch etwas mehr“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Doch an die russischen Regierungsvertreter gerichtet, fügte der CDU-Politiker hinzu: „Am anderen Ende der Brücke stehen erneuerbare Energien und grüner Wasserstoff.“ Vor allem für Wasserstoff, der mittels Atomkraft gewonnen werde, gebe es in Deutschland „keinerlei Akzeptanz“.