Russland: „Bastarde barfuß an die Front“ – Wie gefährlich wird der Zwist in Putins innerem Machtzirkel für den Kremlchef?
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Foto: imago-images / Bearbeitung: TagesspiegelBerlin. Nach dem russischen Rückzug aus der ostukrainischen Stadt Lyman wächst in Putins Machtapparat der Unmut. Einflussreiche Verbündete des Kremlchefs wie der tschetschenische Machthaber Ramzan Kadyrow und der Chef der Söldner-Truppe „Wagner“, Jewgeni Prigoschin, machen ihrem Ärger über die Militärführung in ihren Telegram-Kanälen Luft.
Bereits Mitte September kündigte der Tschetschenen-Führer an, wenn es nötig sei, dann werde er nach Moskau reisen, um dem Verteidigungsministerium zu erklären, was zu machen sei. „Wenn man mich fragt, ich würde den Kriegszustand erklären und alle Möglichkeiten dafür nutzen, um so schnell wie möglich mit diesen Ungläubigen aufzuräumen“, verlautbarte er damals auf Telegram. Eine Generalmobilmachung sei nötig.
Kadyrow, der mit im Auftrag des Kremls die russische Teilrepublik Tschetschenien führt, hat sich durch seine Brutalität den Beinamen „Putins Bluthund“ verdient. Seine Armee ist auch im Ukrainekrieg im Einsatz – und soll an den Gräueltaten in Butscha beteiligt gewesen sein.
Kadyrow wettert gegen Verteidigungsministerium
„Wegen des Mangels an grundlegender militärischer Logistik haben wir heute mehrere Siedlungen und ein großes Gebiet aufgegeben“, schrieb Kadyrow am vergangenen Wochenende seinen fast drei Millionen Abonnenten.