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Schärfere Regeln geplantDie Frauen der Türkei kämpfen für Abtreibung

Die Wut über schärfere Abtreibungsgesetze in der Türkei wächst. Tausende gingen heute auf die Straße, auch viele Männer. Sie wollen frei entscheiden können. Ministerpräsident Erdogan hatte Abtreibung Mord genannt. 03.06.2012 - 21:56 Uhr Artikel anhören

Lauter Protest gegen neues Abtreibungsgesetz in Istanbul.

Foto: AFP

Ankara. Bei den bislang größten Protesten gegen schärfere Abtreibungsgesetze in der Türkei sind am Sonntag tausende Demonstranten auf die Straße gegangen. In Istanbul versammelten sich rund 3.000 Frauen im Stadtteil Kadiköy und kritisierten scharf die Pläne der Regierung, Abtreibungen weitgehend zu verbieten. Sie trugen Plakate mit den Worten „Mein Körper, meine Entscheidung“.

Auch Männer begleiteten die Demonstrantinnen. Einige schwenkten Banner mit der Aufschrift „Der Körper meiner Liebsten, die Entscheidung meiner Liebsten“.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat Abtreibung als Mord bezeichnet. Seine Regierung arbeitet laut Berichten derzeit an einem Gesetzesentwurf, wonach eine Abtreibung ab vier Wochen nach der Empfängnis verboten werden soll.

Ausnahmen werden demnach nur bei Notabtreibungen gemacht. Derzeit ist in der Türkei ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Schwangerschaftswoche erlaubt.

Abtreibungen sind in der Türkei seit dem Jahr 1983 legal. Nach der derzeit geltenden Fristenregelung kann eine Frau eine Abtreibung bis zur zehnten Schwangerschaftswoche ohne Angabe von Gründen vornehmen lassen.

Allerdings hatte der islamisch-konservative Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan Abtreibungen unlängst mit einem Massaker an Zivilisten verglichen und seiner Regierung aufgetragen, einen Gesetzentwurf zur Verschärfung der bestehenden Abtreibungsregeln auszuarbeiten.

Dem Entwurf zufolge soll die Frist für Abtreibungen nun von der zehnten auf die vierte Schwangerschaftswoche gesenkt und Abtreibungen nur noch in medizinischen Notfällen zugelassen werden.

Einige Politiker aus Erdogans islamisch-konservativer Regierungspartei AKP fordern laut Presseberichten, künftig Abtreibungen selbst nach Vergewaltigungen zu verbieten. Ob dies im geplanten Gesetzentwurf berücksichtigt wird, ist offen.

afp, dapd
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