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Seltene ErdenEU-Kammer in China warnt vor Produktionsausfällen wegen Engpass

Im September drohen bei 46 europäischen Unternehmen Produktionsunterbrechungen. Eine Firma beklagt bereits Verluste in Millionenhöhe.Sabine Gusbeth 19.09.2025 - 05:51 Uhr Artikel anhören
Präsident der EU-Handelskammer in China Eskelund: Fehlende Ausfuhrgenehmigungen für Seltene Erden derzeit das „drängendste Problem“. Foto: Johannes Neudecker/dpa/dpa-mag

Peking. Die Europäische Handelskammer in China warnt vor weitreichenden Produktionsausfällen durch den Engpass bei Seltenen Erden infolge der chinesischen Exportbeschränkungen. Die fehlenden Ausfuhrlizenzen haben laut EU-Kammer im August 2025 zu sieben Produktionsstopps geführt. Ein Unternehmen habe zusammen mit seinen chinesischen Zulieferern bereits Verluste in Millionenhöhe erlitten.

Im September drohten weitere 46 Produktionsunterbrechungen, teilweise seien diese bereits eingetreten. Das ergab eine Umfrage der EU-Kammer unter ihren Mitgliedsunternehmen.

Chinas Staatsführung hat als Reaktion auf US-Zölle Anfang April eine Lizenzpflicht für die Ausfuhr von Seltenen Erden und Seltenerdmagneten eingeführt. Der Export der wichtigen Industriemetalle stoppte daraufhin zwischenzeitlich komplett. Inzwischen werden Seltene Erden zwar wieder exportiert, allerdings nur in geringen Mengen.

Nur geringfügige Verbesserung durch „Engpass-Mechanismus“

Der Umfrage der EU-Kammer zufolge wurden bis 9. September nur 19 von 141 Anträgen auf Ausfuhrlizenzen für Seltene Erden durch das chinesische Handelsministerium (MOFCOM) genehmigt. 121 Anträge warten demnach noch auf Genehmigung, ein Antrag wurde aufgrund eines Datenfehlers abgewiesen.

Nach Angaben der EU-Kammer waren von den 141 Anträgen 121 von den Unternehmen als „dringend“ eingestuft.

Der beim China-EU-Gipfel vereinbarte „Engpass-Mechanismus“ habe lediglich für einige Unternehmen zu einer Verbesserung geführt, sagte Jens Eskelund, Präsident der EU-Kammer. Für europäische Unternehmen in China seien die fehlenden Ausfuhrgenehmigungen für Seltene Erden derzeit das „drängendste Problem“.

Eine Lösung dieses Problems „würde auch dazu beitragen, die Handelskonflikte zwischen der EU und China zu entschärfen“, so Eskelund. Zudem verhindere China mit den geringen Exportmengen bewusst, dass die Abnehmer Vorräte aufbauen können.

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Hinzu kommt, dass die Exportlizenzen zum Teil auf nur sechs Monate begrenzt sind. Auf diese Weise behält Peking das Machtinstrument fest in der Hand.

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