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SteuernTürkei hebt Mehrwertsteuern an

Um den Wiederaufbau nach den schweren Erdbeben im Februar zu finanzieren, hebt die türkische Regierung Steuern an. Mehr als 100 Milliarden Dollar wird der Wiederaufbau kosten. 07.07.2023 - 13:30 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Für Grundgüter wie Toilettenpapier, Waschmittel und Windeln wird der Steuersatz ab sofort von acht auf zehn Prozent heraufgesetzt.

Foto: dpa

Istanbul. Neben der geplanten Erhöhung der Unternehmenssteuern zur Finanzierung des Wiederaufbaus nach den schweren Erdbeben im Februar hebt die türkische Regierung auch die Mehrwertsteuern an.

Für Waren und Dienstleistungen steigt der Steuersatz von bisher 18 auf 20 Prozent, wie am Freitag aus einer Ankündigung im Amtsblatt hervorgeht. Für Grundgüter wie Toilettenpapier, Waschmittel und Windeln werde er ab sofort von acht auf zehn Prozent heraufgesetzt.

Präsident Recep Tayyip Erdogan unterzeichnete außerdem noch weitere Entscheidungen, darunter eine Anhebung der auf Verbraucherkredite abzuführenden Bankversicherungs- und Transaktionssteuer von zehn auf 15 Prozent.

Die Registrierungsgebühr für Mobiltelefone, die aus dem Ausland mitgebracht werden, wird von 6091 auf 20.000 Lira (703 Euro) erhöht, wie aus dem Amtsblatt weiter hervorgeht.

Ökonomen gehen davon aus, dass der türkische Staat seine Einnahmen durch diese Maßnahmen um etwa 30 Milliarden Lira steigen dürften. Der Haushalt dürfte dadurch um etwa zwei Prozent wachsen, erwarten die Analysten von Oyak Investment. Allerdings dürften die Steuererhöhungen auch die ohnehin schon hohe Inflation weiter nach oben treiben. Sie könnte dadurch ein bis 1,2 Prozentpunkte erhöht werden, so die Experten von der QNB Finansbank.

Türkische Verbraucher leiden unter Inflation

Die türkischen Verbraucher leiden unter einer ausufernden Inflation, die ihre Kaufkraft drückt. Im Juni sank die Teuerungsrate zwar auf 38,21 Prozent, von 39,59 Prozent im Mai. Das von der Zentralbank angestrebte Inflationsziel von fünf Prozent bleibt allerdings in weiter Ferne. Zu den größten Preistreibern gehören Lebensmittel und alkoholfreie Getränke, die fast 54 Prozent mehr kosteten als im Juni 2022.

Die Regierung will zudem mit höheren Unternehmenssteuern den Wiederaufbau nach den schweren Erdbeben im Februar finanzieren. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, den die regierende AK-Partei von Präsident Erdogan in dieser Woche dem Parlament vorgelegt hat.

Dieser sieht unter anderem vor, die Körperschaftssteuer von derzeit 20 auf 25 Prozent heraufzusetzen. Für Banken und Finanzinstitute soll sie von aktuell 25 auf 30 Prozent steigen. Um den Außenhandel zu fördern, ist ein Rabatt von fünf Prozentpunkten für Exporteinkünfte von Unternehmen vorgesehen.

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Bei den Erdbeben im Süden der Türkei kamen mehr als 50.000 Menschen ums Leben, Millionen wurden obdachlos. Regierung, Ökonomen und Unternehmensverbände sprachen von Kosten von mehr als 100 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau. Die Regierung hat versprochen, mehr als 600.000 Häuser für die obdachlos gewordenen Menschen zu bauen.

rtr
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