Südamerika: China investiert massiv in Brasilien – deutsche Wirtschaft gerät unter Druck
São Paulo. An der Avenida Europa reihen sich die Showrooms ausländischer Luxuswagen-Hersteller aneinander. Seit einigen Monaten findet auf der Nobelallee der Metropole São Paulo ein Generationswechsel statt: Nicht mehr vor den Schaufenstern von Ferrari, Land Rover oder Porsche drängeln sich die meisten Interessierten.
Am meisten los ist bei den chinesischen Herstellern GWM, JAC und vor allem BYD, die ihre hochpreisigen Hybrid- und E-Limousinen in Szene setzen. Zuweilen gibt es dort lange Wartelisten für Beratungen.
Bei der E-Mobilität legen Chinas Marktführer in Brasilien ein hohes Tempo vor – und setzen die seit vielen Jahren in Brasilien präsenten Autobauer unter Druck: Nicht nur BYD („Build Your Dreams“), auch GWM wird bald in Brasilien produzieren. „Great Wall Motors“ hat die erst 2016 von Mercedes eingeweihte, aber kurz danach wieder geschlossene Fabrik in São Paulo vor zwei Jahren übernommen. BYD nutzt die verlassenen Anlagen von Ford im Nordosten des Landes.
Inzwischen ist die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Brasilien dramatisch gestiegen. „In der Anfangsphase haben die europäischen Autokonzerne die Chinesen nicht ernst genommen“, sagt der deutsche Unternehmensberater Frank Neuhaus aus São Paulo. „Jetzt bekommen sie zunehmend Panik.“