Südukraine: Taktisches Ringen: „Der Kampf um Cherson könnte zum Wendepunkt im Ukraine-Krieg werden“
Die Region ist schwer umkämpft.
Foto: IMAGO/ITAR-TASSDie Ukraine hat in der Südukraine eigenen Angaben zufolge Mitte Juli eine Gegenoffensive begonnen. Ziel ist es, die Region Cherson mit der gleichnamigen Großstadt nördlich der Krim zurückzuerobern. Das Gebiet werde „definitiv bis September befreit“ sein, sagte Serhij Chlan von der Kiew-treuen Militärverwaltung Chersons am Sonntag in einem Fernsehinterview.
Doch für den Militärberater Franz-Stefan Gady ist es zu früh, um von einer Gegenoffensive zu sprechen: „Die Gegenoffensive hat noch nicht begonnen, eher die Vorbereitung dieser.“
„Was wir im Moment sehen, sind lokale Angriffe der ukrainischen Armee auf einzelne russische Einheiten oder taktische Ziele“, sagt der Militärexperte am Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) im Telefonat mit dem Tagesspiegel. Aber: „Für die Ukraine könnte der Kampf um Cherson zum Wendepunkt im Krieg gegen Russland werden.“
Zuletzt mehrten sich die Berichte über ukrainische Raketenschläge auf russische Munitionsdepots und wichtige Verbindungsbrücken in der Region Cherson. „Ukrainische Angriffe haben in der vergangenen Woche alle drei von Russland kontrollierten Brücken, die in die Stadt Cherson führen, beschädigt“, teilten die Militärexperten des US-amerikanischen Think-Tanks „Institute for the Study of War“ (ISW) in einem Lagebericht vom Wochenende mit.