Trump: Verschwörungstheorien werden zum Problem für die Tech-Konzerne
San Francisco. Eine Gesprächsrunde auf einer Dachterrasse in San Francisco am Sonntag, ein Tag nach dem Attentatsversuch auf Donald Trump. „Staged“, „gestellt“ war der versuchte Mordanschlag, ist ein Software-Entwickler überzeugt. Ein Biotech-Mitarbeiter pflichtet ihm bei: Das könne doch alles nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. „Das hat Trumps Team in Auftrag gegeben. Ihm nützt es am meisten.“
Dass die großen Nachrichtensender, darunter CNN, BBC und Co. zu dieser Zeit bereits die Hintergründe des Mordversuchs ausleuchten, dem ein Teilnehmer der Kundgebung zum Opfer fiel und bei dem zwei weitere verletzt wurden, ficht die Diskutanten nicht an.
So bizarr die Szene anmutet, nachdem der wahrscheinliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump am Samstag nur knapp einem Mordanschlag entkommen ist, so bezeichnend ist sie für Teile der Debatte in den USA. Es dauerte nur Minuten, nachdem von dem Vorfall bei einer Kundgebung Trumps in Butler County, Pennsylvania, berichtet wurde, da schwollen im Netz bereits die Verschwörungserzählungen an.
Donald Trump: Verschwörungstheorien von links und rechts
Theorien zum Mordanschlag zählten über das Wochenende zu den meistgesuchten Begriffen im Netz. Der sogenannte Hashtag „#staged“ erschien zwischenzeitlich in den Trends auf der Plattform X (vormals Twitter). Hierunter versammelten sich Menschen, die glauben, dass die Trump-Kampagne den Mordanschlag nur vorgetäuscht hat, um Trumps Wahlchancen zu verbessern. Dies sei eine „False Flag“-Attacke, also ein Angriff unter falscher Flagge gewesen, lautet die Theorie.