Ukraine – aktuelle Lage: Russland attackiert das Stromnetz der Ukraine massiv
Kiew. Das russische Militär hat einen massiven Luftangriff auf Ziele in der Ukraine gestartet. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew waren am Sonntagmorgen mehrere von der Flugabwehr ausgelöste Explosionen zu hören. Behördenangaben zufolge gerieten zwei Wohnhäuser in Brand.
„Unsere Flugabwehr hat über 140 Luftziele zerstört“, schrieb Präsident Wolodimir Selenski bei Telegram. Ziel sei vor allem die Energieinfrastruktur im gesamten Land gewesen. Russland habe dabei etwa 120 Raketen und 90 Drohnen eingesetzt. „Leider gibt es beschädigte Objekte durch Einschläge und herabfallende Trümmer“, teilte der Staatschef mit. In einigen Gebiete gebe es Stromausfälle.
An der Beseitigung der Folgen des Angriffs werde gearbeitet. Er sprach zudem den Angehörigen von zwei Frauen sein Beileid aus, die in der südukrainischen Stadt Mykolajiw getötet wurden.
Explosionen wurden auch aus Saporischschja, Dnipro, Krywyj Rih und Odessa gemeldet. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge sind Dutzende Marschflugkörper und ballistische Raketen unter anderem durch strategische Bomber auf Ziele im ganzen Land abgefeuert worden.
Nach russischen Luftangriffen auf die Westukraine hat das Nachbarland Polen seine eigenen Luftstreitkräfte in Alarmbereitschaft versetzt. Polen habe „alle verfügbaren Kräfte und Ressourcen aktiviert und die einsatzbereiten Jagdfliegerpaare alarmiert, und die bodengestützten Luftabwehr- und Radaraufklärungssysteme haben die höchste Bereitschaft erreicht“, erklärte die polnische Armee auf X.
Damit reagiere man auf massive Angriffe Russlands mit Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und unbemannten Fluggeräten auf Objekte unter anderem in der Westukraine.
Bericht: Nordkorea liefert Russland schwerste Artilleriegeschütze
Nordkorea soll seinem Verbündeten Russland neben Tausenden Soldaten nun auch schwerste Artilleriegeschütze zum Kampf gegen die Ukraine zur Verfügung gestellt haben. Das berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf gesicherte Quellen.
Demnach sollen in den vergangenen Wochen knapp 50 schwere Haubitzen auf Selbstfahrlafetten aus nordkoreanischer Produktion sowie knapp 20 Mehrfachraketenwerfer in Russland eingetroffen sein.
Nordkoreas reichweitenstärkste Geschütze seien inzwischen in der Nähe von Kursk eingetroffen, um dort die russische Gegenoffensive gegen eingedrungene ukrainische Einheiten zu unterstützen. Die Haubitzen „Koksan“, die vor einigen Tagen auf einem russischen Bahnhof gesichtet worden seien, haben eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern.
Russland hat zur Gegenoffensive bei Kursk nach Erkenntnissen westlicher und ukrainischer Militärexperten bereits knapp 50.000 Soldaten zusammengezogen, unter ihnen auch über 10.000 nordkoreanische Kämpfer. Diese waren zuletzt in Russland weiter ausgebildet und mit russischen Uniformen und Waffen ausgestattet worden. Bei Kursk will das russische Militär Gelände zurückerobern, das ukrainische Truppen seit dem Sommer nach einem überraschenden Vorstoß über die Grenze besetzt halten.