Ukraine-Krieg: Der Kreml verliert die Geduld mit Wagner-Chef Prigoschin
Die Kämpfer seiner Söldnergruppe gehen besonders brutal vor.
Foto: IMAGO/ITAR-TASSWien. Seit gut 15 Monaten kämpfen Russlands Truppen in Wladimir Putins Eroberungskrieg gegen die Ukraine. Dabei stellt die reguläre Armee zwar den Großteil der Soldaten. Doch sie wird unterstützt von Dutzenden paramilitärischen Gruppen. Sie sind gegenüber dem Präsidenten loyal, erhalten Ausrüstung und Befehle vom Staat. Formell unterstehen die geschätzt mehreren Zehntausend Mann der Armeeführung aber bis jetzt nicht.
Nun sind „private Militärfirmen“ wie Wagner nach russischem Recht eigentlich illegal. Offiziell werden sie deshalb als Freiwilligenverbände behandelt.
Das Narrativ solcher unabhängiger Einheiten aufrechtzuerhalten, war für den Kreml lange äußerst praktisch: So konnte die russische Regierung etwa behaupten, nicht Russland habe 2014 den Donbass überfallen, sondern „Volksmilizen“, die für die Rechte der örtlichen Bevölkerung kämpften.
Seit Februar 2022 erledigt Wagner die besonders schmutzige Arbeit im Ukrainekrieg. Die Kämpfer von Jewgeni Prigoschin legten Bachmut in Schutt und Asche, ohne Rücksicht auf Zivilisten.
Angeworben hat er dafür neben professionellen Soldaten auch Strafgefangene als Kanonenfutter. Laut seinen Angaben kamen 10.000 von ihnen allein in der ostukrainischen Stadt um. Dies erspart dem Kreml zusätzliche unpopuläre Mobilisierungen in der breiten Bevölkerung.