Ukraine-Krieg: Die Brücke, die Putins Schicksal entscheidet
Berlin. Es ist fast sechs Jahre her, da setzte sich Russlands Präsident Wladimir Putin im Mai 2018 hinter das Lenkrad eines „Kamas“-Lasters und fuhr über die fertiggestellte Brücke zwischen dem russischen Festland und der vier Jahre zuvor annektierten Halbinsel Krim. Die 19 Kilometer lange Überfahrt dauerte 16 Minuten.
Derzeit ist das Bauwerk in der Meerenge von Kertsch, die das Schwarze vom Asowschen Meer trennt, wieder verstärkt ins Blickfeld von Militärs und Politikern geraten: als mögliches strategisches Ziel für ukrainische Attacken, die nach Ansicht vieler Experten mit deutschen „Taurus“-Marschflugkörpern effektiv ausgeführt werden könnten. Der russische Geheimdienst hatte ein Gespräch deutscher Offiziere abgehört und veröffentlicht, in dem es um theoretische Optionen für „Taurus“-Ziele ging.
Deutlicher als mit seiner damaligen Fahrt konnte Putin nicht zeigen, welche gewaltige Bedeutung er dieser Trasse über das Meer beimisst. Die staatlichen Medien feierten die Brücke als „Straße in die Zukunft der Krim, von der viele Generationen auf der Halbinsel geträumt haben“. Dass diese Halbinsel völkerrechtlich Staatsgebiet der Ukraine ist, fand natürlich keine Erwähnung.