Ukraine-Krieg: Die festgefahrene Schlacht – Sechs Faktoren, die für eine Entscheidung sorgen könnten
Ukrainische Soldaten feuern auf russische Positionen.
Foto: APBrüssel, Riga, Berlin. Der Appell des russischen Außenministers an die Ukraine war zugleich eine massive Drohung. „Die Sache ist ganz einfach: Erfüllen Sie Moskaus Forderungen zu Ihrem eigenen Besten“, sagte Sergej Lawrow in einem in der Nacht zu Dienstag veröffentlichten Interview der russischen Nachrichtenagentur Tass. „Andernfalls wird die Angelegenheit von der russischen Armee entschieden.“
Lawrow bekräftigte dabei altbekannte Forderungen: die Anerkennung der besetzten Gebiete, die rund ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets ausmachen. Und die „Demilitarisierung“ der übrigen Ukraine.
Auch der ukrainische Präsident zeichnet die Lage eines erbitterten, festgefahrenen Krieges. „Die Besatzer setzen alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel ein – und das sind beträchtliche Ressourcen – um irgendeinen Vorstoß zu machen“, sagte Wolodimir Selenski in seiner aktuellen Video-Botschaft.
Zehn Monate des Kriegs haben ganze Landstriche in der Ukraine verwüstet. Die umkämpften Städte im Osten sind Ruinengerippe, dazwischen liegen Felder, die Kraterlandschaften gleichen, kilometerweit. Auf beiden Seiten sind Zehntausende Soldaten gefallen.
Auch weit jenseits der Front verbreiten russische Raketen Tod und Zerstörung. Der Wirtschaft droht der Kollaps, mitten im Winter bricht in der Ukraine die Versorgung mit Strom, Wasser und Wärme immer wieder zusammen. In seiner aktuellen Videoansprache sagte Selenski, fast neun Millionen Menschen seien zuletzt ohne Strom gewesen.