Ukraine-Krieg: Drohnen-Krieg gegen Zivilisten – „Russische Führung stolz auf ihre Fähigkeit“
Eine abgeschossene Kamikaze-Drohne fällt auf Kiew herab.
Foto: ReutersWien. Der Angriff gibt eine Vorahnung davon, was der Ukraine in diesem Winter droht: Am frühen Samstagmorgen starteten die Russen die bisher höchste Zahl von Kamikaze-Drohnen gegen Kiew. 75 Flugobjekte des ursprünglich aus Iran stammenden Typs Shahed, darauf folgten neun in der folgenden Nacht. Nur zwei der Drohnen sollen ihre Ziele erreicht haben.
Die Ukrainer reagierten am frühen Sonntagmorgen mit einer eigenen Attacke. Sie feuerten 24 Drohnen auf Städte in vier westrussischen Regionen. Laut der russischen Luftverteidigung wurden alle Drohnen zerstört. Die Glaubwürdigkeit der Angaben beider Seiten ist schwer zu überprüfen: Auf Videos sind Schäden sowohl in der russischen Stadt Tula als auch in Kiew zu sehen. In der ukrainischen Hauptstadt gab es fünf Verletzte.
Für die westlichen Unterstützer der Ukraine hat die Stärkung der Flugabwehr hohe Priorität. Die Außenminister der Nato-Staaten wollen am Dienstag in Brüssel über Lage beraten. Vor dem Treffen betonte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, dass der bald zweijährige Krieg Russland „politisch, wirtschaftlich und militärisch“ geschwächt habe. Doch hinter den Kulissen wächst in der Allianz die Sorge, dass die Russen besser für einen langwierigen Konflikt gewappnet sind.