Ukraine-Krieg: „Mama, wir wurden betrogen“: Schlechte Logistik, kaum Motivation – wie steht es um die russische Armee?
Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten die in der Stadt im Norden der Krim neben einem Militärlastwagen stehen.
Foto: dpaMama, wir wurden betrogen!, habe ihr Sohn am Telefon geschrien. Er, Pawel Abramow, 23, russischer Soldat, habe sie von der belarussisch-ukrainischen Grenze angerufen, es sei spät am Abend des 23. Februar gewesen, kurz vor dem Einmarsch der russischen Truppen in das Nachbarland.
So beschreibt es Abramows Mutter der russischen „Nowaja Gaseta“. Die Zeitung – eines der wenigen unabhängigen Medien Russlands – gibt an, die Geschichte mit Dokumenten verifiziert zu haben, überprüfen lässt sich das jedoch nicht.
Die Redaktion hat den Text mittlerweile von ihrer Webseite gelöscht, nachdem das russische Parlament ein Gesetz verabschiedete, das bis zu 15 Jahre Haft für „Falschmeldungen“ über die russische Armee vorsieht. In Internetarchiven ist der Artikel noch aufrufbar.
Noch ein paar Tage vor der Invasion habe Pawel Abramow gedacht, die Truppenübungen an der ukrainischen Grenze seien vorbei. Am Telefon habe er seiner Mutter erzählt, er mache sich bald auf den Weg nach Hause, zurück nach Rjasan, 200 Kilometer südöstlich von Moskau.