Ukraine-Krieg: Melnyk macht Ampel-Minister schwere Vorwürfe: „Habeck ist der Einzige in der Regierung, der auf meine SMS antwortet“
Ukrainischer Botschafter
Foto: IMAGO/Christian SpickerVor der Residenz des ukrainischen Botschafters in Berlin-Dahlem stehen zwei Polizisten. Früher hatte Andrij Melnyk keinen Polizeischutz, nach dem russischen Überfall auf sein Land hat sich das geändert. Die Folgen des Krieges sind auch in der Villa selbst spürbar. „Wir sind jetzt hier zu neunt“, sagt der Botschafter, der seit 2015 mit seiner Frau Switlana, einer Völkerrechtlerin, und den beiden Kindern in Berlin lebt. Seine Schwiegermutter, die Schwägerin und drei Nichten sind vor dem Krieg aus Kiew geflohen und in der Residenz untergekommen. Der Schwager blieb in der ukrainischen Hauptstadt und auch der Schwiegervater, obwohl er das Land verlassen dürfte. Melnyks Mutter ist noch in Lwiw.
Der Botschafter kommt ein paar Minuten später zum vereinbarten Termin, er muss noch an einer Videokonferenz teilnehmen. Seit dem russischen Angriff ist für ihn an einen normalen Tagesablauf nicht mehr zu denken. Bevor das Gespräch beginnt, nimmt er noch einmal das Handy zur Hand, tippt eine Nachricht. „Ich muss noch kurz meinen Minister informieren.“ Die Bundesregierung habe grünes Licht gegeben für den Export von 56 gepanzerten Fahrzeugen aus DDR-Beständen, die aus Tschechien in die Ukraine geliefert werden sollen. „Endlich“, sagt Melnyk leise. Dann nimmt er sich viel Zeit für das Gespräch. Melnyk sucht in diesen Tagen immer wieder den Weg über die Öffentlichkeit, um seinem Land in diesem Krieg zu helfen.