Ukraine-Krieg: Putins Optionen sind begrenzt – spielt der Kreml-Chef die atomare Karte?
Der Kreml-Chef unterzeichnete am Mittwoch das Dekret zur Annexion von vier ukrainischen Gebieten.
Foto: dpaBrüssel, Berlin. Mit seiner Unterschrift besiegelte Wladimir Putin am Mittwochmorgen das Dekret zur Annexion der ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson. Doch Feierlaune dürfte beim russischen Präsidenten kaum aufkommen.
Seine Armee muss in den Gebieten, die laut Putin „für immer“ zu Russland gehören sollen, Ortschaft um Ortschaft aufgeben. Der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow twitterte ein Video von feuernder Artillerie und kommentierte: „Wir werden nicht aufhören, bis wir alle Territorien der Ukraine befreit haben.“ In der Region Cherson im Süden des Landes gelangen den Ukrainern weitere Geländegewinne.
Der Kremlchef, der die Ukraine im Sturm erobern wollte, befindet sich zunehmend in der Defensive. Welche Optionen hat Russlands Präsident jetzt noch? Welche Szenarien gibt es? Und wie könnte der Westen darauf reagieren?
EU-Außenbeauftragter spricht von „besorgniserregendem Szenario“
Der Krieg sei in eine neue Phase eingetreten, in der eine Nuklearmacht Rückschritte mache und Drohungen im Raum stünden, dass auch Kernwaffen eingesetzt würden, warnte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Mittwoch im Europaparlament. „Das ist sicherlich ein besorgniserregendes Szenario, in dem wir zeigen müssen, dass unsere Unterstützung für die Ukraine nicht wankt.“