Ukraine-Krieg: Wer könnte den Weg zu Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew ebnen?
Peking, Bangkok, Istanbul, Düsseldorf, Zürich. Erst Anfang Juli hatte Indiens Premierminister Narendra Modi den russischen Staatschef Wladimir Putin in Moskau umarmt. An diesem Freitag soll er nun in Kiew den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski treffen. Als einer der wenigen Staats- und Regierungschefs weltweit spricht Modi also direkt mit beiden Seiten.
Die Regierung in Delhi ist bereit, Nachrichten zwischen der Ukraine und Russland auszutauschen. Die Rolle als zentraler Vermittler zwischen den Konfliktparteien strebt sie indes nicht an, berichteten mehrere Medien übereinstimmend unter Berufung auf Insider. Trotzdem bringt sie sich durch ihre aus eigener Sicht neutrale Haltung in eine zentrale Stellung im Ukrainekrieg.
Denn nicht die großen Friedenskonferenzen seien derzeit das wirklich Interessante, sagte kürzlich Alexander Gabuev, Direktor des Carnegie Russia Eurasia Center, im Handelsblatt-Interview, sondern geheime Gespräche direkt oder indirekt zwischen Russen und Ukrainern beziehungsweise Russen und Amerikanern. Unter anderem geht es dabei um den Austausch von Gefangenen. Daraus könnten dann Verhandlungen über einen Waffenstillstand erwachsen.