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US-Demokraten Bernie Sanders siegt deutlich – Fünf Lehren aus der Vorwahl in Nevada

Der linke Senator aus Vermont gewinnt die Vorwahl mit großem Vorsprung. Der Triumph dürfte ihm für die nächsten wichtigen Etappen Auftrieb geben.
23.02.2020 Update: 23.02.2020 - 10:51 Uhr Kommentieren
Der Senator aus Vermont war als klarer Favorit in die dritte Vorwahl gezogen. Quelle: Reuters
Bernie Sanders in San Antonio

Der Senator aus Vermont war als klarer Favorit in die dritte Vorwahl gezogen.

(Foto: Reuters)

Washington Die erste positive Nachricht aus Sicht der US-Demokraten: Die große Blamage, wie die Partei sie beim Auszählungschaos in Iowa erlebte, ist am Samstag in Nevada ausgeblieben. Denn wie beim Auftakt zu den Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten fiel auch in Nevada die Entscheidung, welche Delegierten dort abstimmen, nicht in Wahllokalen, sondern bei kleinen Parteiversammlungen, den sogenannten Caucuses. Dort gaben registrierte Demokraten persönlich ihre Stimme ab.

Der Sieger heißt einmal mehr Bernie Sanders. Er erzielte nach Auszählung von etwa 50 Prozent der Stimmen 46,6 Prozent und lag damit deutlich vor Joe Biden (19,2 Prozent) und Pete Buttigieg (15,4 Prozent). Etwas abgeschlagen auf dem vierten Platz positionierte sich Elizabeth Warren mit 10,3 Prozent.

Sanders ließ sich am Samstagabend (Ortszeit) von euphorischen Anhängern in San Antonio (Texas) feiern. Seine Bewegung tue genau das Gegenteil dessen, was US-Präsident Donald Trump mache: „Wir bringen unser Volk zusammen“, rief der.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Vorwahl:

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    1. Sanders kann auch in solchen Staaten siegen, wo Minderheiten stark vertreten sind

    Der Trend spricht eindeutig für Bernie Sanders. In Iowa lag er denkbar knapp hinter dem moderaten Bewerber Pete Buttigieg. In New Hampshire gewann er souverän wie auch am Samstag in Nevada. Dass ein Bewerber, der sich selbst als „demokratischen Sozialisten“ bezeichnet, sich im kapitalistischsten alles Länder in der Favoritenrolle befindet, ist schon ein kleines Wunder.

    In nationalen Umfragen hat der Senator aus Vermont mit Werten von 27 Prozent inzwischen den ehemaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden (17 Prozent) deutlich hinter sich gelassen. Obwohl in Nevada nur 48 Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag vergeben werden, spielt das Ergebnis eine wichtige Rolle.

    Grafik

    Denn im Gegensatz zu Iowa und New Hampshire, wo die Bevölkerung zu rund 90 Prozent weiß ist, liegt der Anteil von Afroamerikaner, Latinos und Asiaten in Nevada insgesamt bei 47 Prozent. Das heißt, Nevada ist ein wichtiger Indikator für die südlichen Staaten, wo die Bevölkerung ebenfalls stark durchmischt ist.

    2. Für Joe Biden bestehen noch Chancen.

    Joe Biden hat mit seinem zweiten Platz in Nevada ein Lebenszeichen von sich gegeben. Der ehemalige Vizepräsident von Barack Obama führte deshalb monatelang die nationalen Umfragewerte an, weil er sehr populär bei den Minderheiten wie Latinos, Afroamerikaner und Asiaten ist. Gelingt Biden in South Carolina am kommenden Samstag ein Sieg, ist er wieder im Rennen. In den ersten beiden Vorwahlrunden in Iowa und New Hampshire hatte er nur einen enttäuschenden vierten beziehungsweise fünften Platz erzielt.

    3. Das Vierer-Team etabliert sich vorne

    Zwar ist das Bewerberfeld nach wie vor zersplittert. Doch neben dem dritten erfolgreichen Abschneiden von Sanders zeichnet sich ein weiterer Trend ab. Die Vierer-Gruppe Sanders, Biden, Pete Buttigieg und Elizabeth Warren ist die Vierer-Gruppe, die sich auf den Spitzenplätzen zu etablieren scheint.

    Für Amy Klobuchar etwa, die in New Hampshire noch einen Achtungserfolg hingelegt hatte, bestehen nach dem schlechten Abschneiden in Nevada kaum noch Chancen. In wichtigen Bundesstaaten wie South Carolina, Florida oder Texas kommt die Senatorin aus Minnesota nur auf einstellige Umfragewerte.

    4. Die große Unbekannte bleibt Michael Bloomberg

    Der offizielle Eintritt Michael Bloombergs in das Rennen zum „Super Tuesday“ am 3. März wird das Feld wieder auf fünf führende Kandidaten erweitern. Der Multimilliardär aus New York hat mehr für Werbung ausgegeben als all seine Mitbewerber zusammen und sich damit bei den landesweiten Umfragen auf Platz drei hinter Sanders und Biden katapultiert.

    Bloomberg hatte sich entschieden, die ersten Vorwahl-Staaten auszulassen und erst zum „Super Tuesday“, bei dem in 14 Bundesstaaten gewählt wird, einzusteigen. Ein Drittel aller Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag werden an diesem Tag vergeben. Die steigenden Umfragewerte für Bloomberg stehen im starken Kontrast zur krassen Ablehnung des Milliardärs durch seine demokratischen Mitbewerber. Sie werfen ihm einhellig vor, die Wahlen kaufen zu wollen.

    5. Der Russland-Faktor spielt auch bei den Vorwahlen der Demokraten eine Rolle

    Als wäre die Lage der Demokraten nicht schon kompliziert genug, kam kurz vor der Wahl in Nevada noch ein neuer Unsicherheitsfaktor dazu. Nach Berichten der „Washington Post“ mischt sich Russland sich in die Vorwahlen der Demokraten ein. Moskau versuche, seine Bewerbung zu unterstützen. Ziel sei es, den Wettbewerb der Demokraten zu stören und so die Wahlchancen für Trump zu erhöhen.

    Sanders weiß um die Brisanz dieser Nachricht. Er forderte Moskau auf, sich herauszuhalten. Die Amerikaner hätten parteiübergreifend die Nase voll davon, dass sich Russland in die Wahlen einmische. Geschadet haben dem Senator die Nachricht kurz vor Beginn der Abstimmung in Nevada offensichtlich nicht.

    So geht es jetzt weiter: Eine Übersicht über alle Vorwahlen der Demokraten.

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