US-Politik: Was es mit Trumps Besessenheit mit Deutschland auf sich hat
Berlin, Washington. Verdattert und amüsiert blickt Angela Merkel. Sommer 2019, G7-Gipfel im französischen Biarritz. Die Kanzlerin sitzt neben Donald Trump. Er werde „sehr bald“ nach Deutschland kommen, sagt Trump. Und verkündet: „Ich habe Deutsches in meinem Blut.“ Rasant verbreitet sich der Videoschnipsel mit Merkels Gesichtsausdruck nach Trumps Bemerkung.
Trump und Deutschland – das ist eine ganz besondere Beziehung. Womöglich werden die Deutschen dies noch viel stärker zu spüren bekommen, wenn er am 20. Januar 2025 ins Weiße Haus einzieht. Manchmal wirkt es wie eine Art Hassliebe.
Trumps Vorfahren kommen aus Kallstadt an der Weinstraße im heutigen Rheinland-Pfalz. Sein Großvater wanderte als 16-Jähriger 1885 nach New York aus.
Bis heute beschäftigt sich Trump mit der vor drei Jahren aus dem Amt geschiedenen Angela Merkel, wobei er sich über sie weit weniger vorteilhaft äußerte als noch 2019 in Biarritz („Sie ist eine brillante Frau“).
Merkel als Opfer der Windenergie
Erst Ende Oktober widmete sich der künftige US-Präsident wieder einmal Merkel. Während einer Wahlkampfveranstaltung in Florida spottete er über die deutsche Energiepolitik: „Sie haben überall Windräder aufgestellt, und der Wind wehte nicht so stark. Hätten sie damit weitergemacht, wäre Deutschland jetzt pleite.“ Die Windräder und der ausbleibende Wind seien Hauptgründe dafür, warum Angela Merkel nicht mehr Bundeskanzlerin sei, ließ Trump seine Fans wissen.