US-Präsidentschaft: Buhlen um die Arbeiter: Für Trump und Biden ist der Mittlere Westen Wahlkampfschwerpunkt
Der Wahlkampf zielt auf die Arbeiter ab, gerade in der Industrie. Trump verstand es hier im Wahlkampf 2016, den Demokraten viele Stimmen abzujagen.
Foto: APWashington. Der US-Wahlkampf in Zeiten einer Pandemie ist eine Herausforderung, das gilt besonders für den Mittleren Westen. Die Region, geografisch im Herzen der USA, ist weitläufig und politisch vielfältig. Sie beherbergt einige Bundesstaaten, die mal demokratisch, mal republikanisch wählen und die deshalb den Ausgang der Präsidentschaftswahlen entscheidend mitbestimmen. Dazu gehören Michigan, Wisconsin und Ohio – drei Staaten, die Trump 2016 überraschend gewann und denen er seinen Einzug ins Weiße Haus verdankt.
Vier Jahre später steht der Mittlere Westen wieder im Mittelpunkt. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden will Arbeiter, die einst für Barack Obama stimmten und ins Trump-Lager wechselten, zurückgewinnen. „Die Wahrheit ist, dass Donald Trump zwar sagte, er würde die vergessenen Männer und Frauen vertreten. Aber sobald er im Amt war, vergaß er sie selbst”, sagte Biden beim Besuch einer Aluminiumfabrik in Wisconsin.
Trump hingegen will Biden als Karrierepolitiker brandmarken, der über Jahrzehnte die Globalisierung unterstützte und damit Jobs der USA in Billiglohnländer exportierte. „Joe Biden sollte nicht um eure Unterstützung, sondern um Vergebung bitten”, sagte der Präsident bei einer Kundgebung in Ohio. „Er hat euch betrogen, belogen und missbraucht. Es ist Zeit, Biden in Rente zu schicken.”