US-Repräsentantenhaus: Jim Jordan stellt sich doch einer dritten Wahl
Der Republikanische Abgeordnete Jim Jordan bemüht sich erneut um den Vorsitz des Repräsentantenhauses.
Foto: APWashington. Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben einen Plan aufgegeben, die seit mehr als zwei Wochen anhaltende Blockade der Kongresskammer mithilfe des Zwischenvorsitzenden zu überwinden. Stattdessen kündigte der Abgeordnete Jim Jordan am Donnerstag nach einer mehrstündigen Sitzung der Partei an, sich ein drittes Mal zur Wahl stellen zu wollen. Ein Termin dafür wurde zunächst nicht genannt.
Mehrere US-Medien hatten zuvor berichtet, die Befugnisse des provisorischen Vorsitzenden Patrick McHenry sollten erweitert werden, damit der Kongress als Ganzes wieder arbeiten könne. Der Republikanische Abgeordnete Byron Donalds sagte dem Sender CNN, dafür gebe es nicht genug Stimmen. Unter Verweis auf die US-Verfassung erklärte er, man könne nicht einfach „jemandem neue Befugnisse in den Schoß legen“.
Die Republikaner halten im Repräsentantenhaus nur eine vergleichsweise kleine Mehrheit und sind deswegen auf die Stimmen einer Gruppe von erzkonservativen Abgeordneten angewiesen. Diese hatten den bisherigen „Speaker“ des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, am 3. Oktober gestürzt. Ein Weg zu einer Einigung auf einen neuen Sprecher ist seitdem nicht erkennbar.
Jordan hat bereits zwei Abstimmungen verloren, McCarthy hatte im Januar am Ende 15 Wahlgänge benötigt. Der interne Machtkampf bedeutet, dass der Kongress etwa keine neuen Gelder für den Ukrainekrieg und den Gazakrieg bewilligen kann. Es wird erwartet, dass der demokratische Präsident Joe Biden den Kongress im Laufe der Woche um weitere Milliardenhilfen für Israel und die Ukraine bitten wird. Der Sprecher steht protokollarisch nur unter dem Präsidenten und der Vizepräsidentin. Sollten beide verhindert sein, übernimmt er vorübergehend die Aufgaben des Präsidenten.