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US-StützpunktUSA steuern Raketenschild von Ramstein aus

Der Raketenschild der Nato wird vom US-Stützpunkt in Rheinland-Pfalz aus kommandiert. In Ramstein wird damit der Schutz vor Mittelstreckenraketen gesteuert. Russland zeigt sich irritiert. 02.02.2012 - 14:17 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Eingangsschild der US-Airbase in Ramstein, Rheinland-Pfalz.

Foto: dapd

Brüssel. Das Kommando für den geplanten Nato-Raketenabwehrschild wird nach Diplomaten-Angaben auf dem Nato-Stützpunkt im rheinland-pfälzischen Ramstein eingerichtet. Das sagte ein Nato-Diplomat am Donnerstag in Brüssel und ein Sprecher des Hauptquartiers der Alliierten Luftstreitkräfte in Ramstein.

Im Zuge der Neuordnung der Nato-Kommandostruktur werde das bislang auf die zwei Standorte Ramstein (Nord) und Izmir (Süd) aufgeteilte Hauptquartier der Nato-Luftstreitkräfte komplett in Deutschland konzentriert, sagte der Oberstleutnant. Dazu gehöre auch die derzeit im Aufbau befindliche Fähigkeit zur Raketenabwehr. Das Hauptquartier in Ramstein wird im Zuge dieser Neuordnung in den nächsten zwei Jahren von bislang 400 auf dann 500 Dienstposten erweitert, fügte der Sprecher hinzu.

Unklar ist noch, was mit den ersten technischen Einrichtungen für den Raketenschild geschieht, die vor einem Jahr im nordrhein-westfälischen Uedem eingerichtet worden waren. Ob diese ebenfalls nach Ramstein verlagert werden, sei noch nicht entschieden, sagte der Oberstleutnant.

Bei dem Raketenschild geht es nicht um den Aufbau komplett neuer Strukturen, sondern primär um die Zusammenlegung bisheriger Abwehrfähigkeiten der einzelnen NATO-Mitgliedsstaaten. Vorgesehen ist ein neues Führungs- und Informationssystem, das ein Nato-einheitliches Lagebild erstellt und im Bedrohungsfall auf die Fähigkeiten der einzelnen Ländern zugreifen kann.

Der Raketenschild soll Europa Schutz bieten vor einer möglichen Bedrohung durch Mittelstreckenraketen. Mehrere Staaten hatten bereits ihre Beteiligung an dem Schild zugesagt, unter ihnen Polen, Spanien, Rumänien und die Türkei. So sollen in Spanien bis zum Jahr 2013 mit einem Raketenabfangsystem ausgestattete US-Militärschiffe auf einer US-Marinebasis im südlichen Rota stationiert werden.

Bei dem Raketenschild gehe es „um eine in Europa stationierte Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem Nahen Osten, insbesondere aus dem Iran“, sagte Thomas de Maizière (CDU). „Deutschland kann sich vorstellen, die Patriot-Raketen, die in Deutschland sind, auch als Teil dieses Systems zur Verfügung zu stellen.“

Der Raketenschild stößt in Russland auf massive Vorbehalte. Die ursprünglichen Pläne der US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush wurden zwar aufgegeben, doch dringt Washington innerhalb der Nato weiter auf die Realisierung des Raketenschildes.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte erklärt, der Schild richte sich nicht gegen Russland, sondern vor allem gegen den Iran und andere Akteure, die bedrohliche Raketentechnik entwickelten. Mehrere Staaten haben bereits ihre Beteiligung an dem Schild zugesagt, unter ihnen Polen, Spanien, Rumänien und die Türkei. So sollen in Spanien bis zum Jahr 2013 mit einem Raketenabfangsystem ausgestattete US-Militärschiffe auf einer US-Marinebasis im südlichen Rota stationiert werden.

afp, dapd
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