US-Wahlkampf: Wie Joe Biden die Kandidatur entglitt
New York. Am Ende ging alles ganz schnell: Über X und Instagram teilte US-Präsident Joe Biden am Sonntag mit, dass er seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit beendet. Es sei „im besten Interesse meiner Partei und des Landes, dass ich zurücktrete“, schrieb Biden, der sich in diesen Tagen von einer Covid-Infektion erholt.
Es ist eine Entscheidung „die historisch mit nichts vergleichbar ist“, gibt Frank Kelly, Geschäftsführer der auf politische Risiken spezialisierten Beratungsfirma Fulcrum Macro Advisors zu bedenken. Es ist auch das Ende eines zähen und bitteren Kampfes um die Macht in der Partei, den der 81-Jährige nun verloren hat.
Sein Machtverlust lässt sich in fünf Schritten nachzeichnen:
1. Bidens Alter war schon lange Thema
„Demokraten haben eine bessere Option als Biden“, war die Überschrift eines Essays in der „New York Times“ im Februar dieses Jahres. Journalist und Podcaster Ezra Klein hatte akribisch die vielen kleinen Patzer des US-Präsidenten zusammengetragen und kam am Ende zu dem Schluss, dass die Partei einen neuen Kandidaten braucht, um gegen Donald Trump gewinnen zu können. Klein hatte damals viel Kritik einstecken müssen, auch aus dem Weißen Haus. Viele Vertraute von Joe Biden wischten die Sorgen um die körperliche und mentale Fitness des Demokraten immer wieder beiseite.