US-Zölle: Trump droht mit Pharma-Zöllen von bis zu 250 Prozent
Düsseldorf. US-Präsident Donald Trump nennt im globalen Handelsstreit einen neuen potenziellen Zollsatz für Arzneiimporte. Dem US-Sender CNBC sagte er am Dienstag, er werde zunächst einen „kleinen Zoll“ auf Arzneimittel erheben. In einem oder höchstens anderthalb Jahren werde er diesen aber auf 150 Prozent und dann auf 250 Prozent erhöhen.
„Wir wollen, dass Arzneimittel in unserem Land hergestellt werden“, sagte Trump gegenüber CNBC. Es ist der höchste Wert, mit dem Trump bislang gedroht hat. Anfang Juli sprach er noch von 200 Prozent Zöllen auf Pharmaprodukte. Da Trump seinen Kurs immer wieder ändert, herrscht weiter Unsicherheit.
Im April hatte die US-Regierung ein sogenanntes „Section 232“-Verfahren für Arzneimittel eingeleitet. Es ermöglicht handelspolitische Maßnahmen wie Zölle, sofern die Abhängigkeit vom Ausland als Sicherheitsrisiko eingestuft wird.
Im Mai kündigte der US-Präsident dann an, per Dekret die Arzneimittelpreise um bis zu 90 Prozent zu senken. Zukünftig soll sich der Preis eines Medikaments in den USA an dem Preis im günstigsten Industrieland orientieren.
In den USA gibt es bislang keine zentrale staatliche Regulierung für die Medikamentenpreise. Die Pharmaindustrie entscheidet weitgehend darüber, wie viel Arzneien kosten, während der Staat nur begrenzt Einfluss darauf hat. 2022 waren die Preise für verschreibungspflichte Arzneimittel in den USA durchschnittlich fast 2,8-mal so hoch wie in 33 anderen OECD-Ländern.
Jüngst schrieb Trump dann Briefe an 17 große Pharmakonzerne. Binnen 60 Tagen sollten Hersteller wie Eli Lilly, Novartis und Boehringer Ingelheim sicherstellen, dass US-Verbraucher stärker von einer Bestpreisgarantie für Medikamente profitieren und neue Arzneien automatisch zum niedrigsten Preis angeboten werden.
Für die Unternehmen wäre dies ein massives Geschäftsrisiko. Zugleich warnen sie davor, dass die Zölle die Kosten in die Höhe treiben, Investitionen in den USA verhindern und die Arzneimittelversorgungskette unterbrechen könnten, was Patienten gefährden würde.