USA: Britischer Außenminister Cameron trifft Trump in Florida
Düsseldorf. Der britische Außenminister David Cameron hat bei seiner Reise in die USA auch den republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump getroffen. Das bestätigte die britische Regierung am Dienstag. Cameron traf den Herausforderer von US-Präsident Joe Biden in seinem Resort Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida und reiste danach zu weiteren Gesprächen nach Washington weiter.
Worüber Cameron und Trump sich ausgetauscht haben, ist aktuell noch unbekannt. „Es ist ein übliches Vorgehen, dass Minister auch Kandidaten der Opposition treffen“, hieß es knapp aus London. Es sei um die Ukraine, Gaza und die Nato gegangen, berichtet der britische „Telegraph“. Das Treffen passt zu den Bemühungen der internationalen Diplomaten in Washington, engere Kontakte zu Trump und Vertrauten zu knüpfen – schließlich liegt Trump in Wahlumfragen konstant vor Amtsinhaber Biden.
Ein möglicher Trump-Wahlsieg könnte die internationale Politik erheblich komplizierter machen, vor allem in Bezug auf die Ukraine. Cameron erklärte vor seiner Abreise aus London, er wolle sich in den USA dafür einsetzen, dass der US-Kongress weitere Hilfsmilliarden für die Ukraine freigibt.
Trump-Anhänger blockieren Ukraine-Hilfen
Seit Monaten blockieren einige republikanische Hardliner, die auch Trump-Anhänger sind, im Repräsentantenhaus ein Hilfspaket über 60 Milliarden Dollar. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski warnte am Montag, sein Land werde den Krieg gegen Russland verlieren, sollte Washington die Verteidigung nicht weiter unterstützen – ein Szenario, das bei einem Trump-Wahlsieg zumindest nicht auszuschließen wäre.
Der Republikaner droht außerdem regelmäßig damit, die Nato im Fall eines Wahlsiegs erheblich zu schwächen. Im Februar sagte er vor Anhängern, Russland könne mit den Nato-Verbündeten in Europa „machen, was immer es will“, solange die Staaten ihre Verteidigungsausgaben nicht erhöhten.
Cameron will daher auch auf den republikanischen Sprecher des Repräsentantenhauses Mike Johnson einwirken, die Blockade in der Parlamentskammer aufzuheben. Ob beide sich in Washington treffen, ist aber noch unklar. „Johnson kann das durch den Kongress bringen. Ich werde ihn nächste Woche treffen und ihm sagen, dass wir, dass die Ukraine das Geld braucht“, hatte Cameron vergangene Woche beim Nato-Außenministertreffen in Brüssel gesagt.
Bestätigt sind Camerons Termine in Washington mit Mitch McConnell, dem Chef der Republikaner im Senat, US-Außenminister Anthony Blinken und Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan.
Der 57-jährige Konservative war bis 2016 britischer Premierminister, in seine Amtszeit fiel auch die Abstimmung über den britischen EU-Austritt. Cameron war selbst gegen den Brexit und trat zurück, als sich eine knappe Mehrheit der Briten für ein Ende der EU-Mitgliedschaft aussprach – und kurz bevor Trump US-Präsident wurde.
Ende 2023 holte der britische Premier Rishi Sunak Cameron als Außenminister zurück in die Politik. Der Schritt galt damals als überraschend, kaum jemand hatte den Ex-Premier für den Posten auf dem Zettel.