USA: Ex-Finanzchef der Trump-Organisation gesteht Steuerhinterziehung
Der Ex-Finanzchef hat während Trumps Präsidentschaft mitgeholfen, Trumps Immobilien-Imperium zu leiten.
Foto: APNew York. Ein ehemaliger Manager der Trump Organization bekennt sich schuldig, mit dem Familienunternehmen von Donald Trump über 15 Jahre hinweg Steuern hinterzogen zu haben. Weisselberg räumte am Donnerstag ein, er habe von der Trump Organization Vergünstigungen in Höhe von mehr als 1,7 Millionen Dollar erhalten und nicht versteuert. Darunter waren Schulgebühren für seine Enkelkinder, die Übernahme der Miete für eine Wohnung in Manhattan und Leasingraten für ein Auto der Luxusklasse. Einige dieser geldwerten Vorteile seien nicht in den Büchern ausgewiesen worden.
Im Rahmen einer Absprache mit der Staatsanwaltschaft erklärte sich Richter Juan Manuel Merchan bereit, eine Haftstrafe von fünf Monaten gegen den 75-jährigen Weisselberg zu verhängen. Er kann allerdings bei guter Führung deutlich früher auf freien Fuß kommen. Weisselberg soll außerdem fast zwei Millionen Dollar an Steuern, Strafen und Zinsen zahlen, und ihm wird eine Bewährungszeit von fünf Jahren auferlegt.
Das Geständnis verpflichte den Ex-Finanzchef, im bevorstehenden Prozess über die Geschäftspraktiken des Unternehmens auszusagen, erklärte die Staatsanwaltschaft von Manhattan am Donnerstag.
Weisselberg ist ein langjähriger Geschäftspartner von Trump. Während dessen Präsidentschaft hat er mitgeholfen, Trumps Immobilien-Imperium zu leiten. „Das Geständnis verwickelt die Trump Organization direkt in ein breites Spektrum krimineller Aktivitäten“, erklärte Staatsanwalt Alvin Bragg.
Weisselberg und die Trump Organization, die Golfclubs, Hotels und andere Immobilien auf der ganzen Welt verwaltet, wurden Anfang Juli 2021 wegen eines umfassenden Steuerbetrugs angeklagt. Trump selbst ist aber nicht angeklagt.
Die Auswahl der Geschworenen für das Gerichtsverfahren beginnt am 24. Oktober - 15 Tage vor den Zwischenwahlen am 8. November, bei denen Trumps Republikanische Partei die Kammern des Kongresses zurückzuerobern hofft.
Eine Sprecherin der Trump Organization sagte, dass der Ex-Manager, der ein halbes Jahrhundert lang für Trump gearbeitet hatte, „von den Strafverfolgungsbehörden ... in ihrem nicht enden wollenden, politisch motivierten Bestreben, Präsident Trump zu kriegen, belästigt, verfolgt und bedroht wurde“. Das Unternehmen habe nichts falsch gemacht, ergänzte sie.