Valencia: Wie Unternehmen in Spaniens Flutregion um ihre Existenz kämpfen
Valencia. Am Abend des 29. Oktober sieht Fernando Valle auf den vier Überwachungskameras seines Autohauses live, wie das Wasser seinen Parkplatz überschwemmt. Dann sieht er, wie es in seinen Showroom eindringt und die Autos zu schwimmen beginnen. Vor dem Gebäude schleudern die Fluten Wagen wie in einem überdimensionalen Flipperspiel gegen seine Mauer, die schließlich einbricht.
Als die Wassermassen zwei Tage später verebben, fährt er sofort zu seiner Halle. Auf dem Parkplatz stapeln sich die Autos übereinander. „Ich sah hinter einer halb geöffneten Fahrzeugtür einen jungen Mann – und dachte, der sucht etwas“, sagt der Unternehmer. „Aber als ich hinging, sah ich, dass er tot war.“
Wenig später findet ein Mitarbeiter eine zweite Leiche, wieder in einem Auto. Valle erzählt das ohne große Regung, als wolle er Emotionen auf keinen Fall erlauben. „Wir müssen weitermachen“, sagt er. „Wenn wir anhalten, brechen wir zusammen.“
Zwei Wochen nach der Flutkatastrophe, bei der in der Region Valencia 216 Menschen ihr Leben verloren, diskutiert ganz Spanien, wer Schuld hat an dem Desaster. Und was die Lehren daraus sind.