Verteidigung: Everybody’s Darling Pistorius trifft Trumps Rampensau Hegseth
Washington, Berlin. Wenn die Maschine der Flugbereitschaft der Bundeswehr am Montag in Washington landet, beginnt für Boris Pistorius eine Reise in eine andere Welt. Eine Welt, in der „Deals“ mehr zählen als jahrzehntelange Verbundenheit unter Partnern. In der die regelgebundene Weltordnung nicht mehr hochgehalten wird. Und die aus dem Weißen Haus von einem Herrn regiert wird, der für seine Sprunghaftigkeit berüchtigt ist.
Insofern ist der Antrittsbesuch des alten und neuen Bundesverteidigungsministers bei seinem US-Amtskollegen Pete Hegseth am Montag und Dienstag keine alltägliche Visite. Zumal die Bemühungen um ein Ende des Ukrainekriegs in den kommenden Tagen eine neue Dynamik entwickeln könnten.
Trump hatte im Vorfeld von Pistorius’ Besuch den Druck auf Moskau erhöht. Nach einem russischen Angriff auf eine ukrainische Entbindungsklinik mit neun Verletzten sprach der Präsident am Freitag eine Drohung aus: „Sie werden sehen, was passiert.“ Für Montag kündigte er eine „wichtige Erklärung“ zum Stand des Ukrainekriegs an.
Zudem erwägt Trump laut eigener Aussage „sehr ernsthaft“, einen parteiübergreifenden Gesetzentwurf zu unterstützen, der harte Sanktionen gegen Länder vorsieht, die weiterhin russisches Öl kaufen – darunter China, Indien, Brasilien und EU-Staaten. Die Ölexporte sind zentral für die russische Wirtschaft und Putins Kriegsfinanzierung.