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Vor Friedensgipfel Häfen in Ostlibyen stellen Ölexporte ein

Die unter Kontrolle von General Haftar stehenden Häfen liefern kein Öl mehr aus. Mehr als die Hälfte der Produktion des Landes wird damit gestoppt.
18.01.2020 Update: 18.01.2020 - 14:26 Uhr Kommentieren
Der Öl- und Gassektor ist eine wichtige Einnahmequelle für das Bürgerkriegsland. Quelle: dpa
General Chalifa Haftar

Der Öl- und Gassektor ist eine wichtige Einnahmequelle für das Bürgerkriegsland.

(Foto: dpa)

Berlin, Kairo Kurz vor Beginn der Libyen-Konferenz in Berlin hat sich die Lage in dem nordafrikanischen Land weiter zugespitzt. Die ostlibyschen Häfen, die unter Kontrolle von General Chalifa Haftar stehen, haben die Ölexporte eingestellt. Damit wird mehr als die Hälfe der Ölproduktion des Landes gestoppt.

Laut der staatlichen libyschen Ölfirma NOC führe dies zu einem Produktionsausfall von 800.000 Barrel pro Tag. Einheiten von Chalifa Haftar, der den Osten des Landes kontrolliert, hätten die Häfen in Brega, Ras Lanuf, Hariga, Sueitina und Es Sider geschlossen, erklärt NOC. Dies sei ein Fall von höherer Gewalt.

Ein Sprecher von Haftars sogenannter Libyscher Nationalarmee (LNA) sagte, das „libysche Volk“ habe die Häfen geschlossen. Aus Kreisen der staatlichen Ölfirma NOC verlautete, die LNA und eine ostlibysche Schutztruppe hätten die Schließung befohlen. NOC-Chef Mustafa Sanalla hatte zuvor in einer Mitteilung vor einem solchen Schritt gewarnt: „Der Öl- und Gassektor ist der Nerv der libyschen Wirtschaft. Er sollte nicht als Karte in politischen Verhandlungen benutzt werden.“

Die UN-Mission in Libyen zeigte sich „zutiefst besorgt“ über Versuche, die Ölproduktion in dem Land zu unterbrechen. Dies hätte verheerende Konsequenzen zuerst und vor allem für die Bevölkerung Libyens, heißt es in einer Erklärung. Alle Seiten seien zur Zurückhaltung aufgefordert.

Am Sonntag steht in Berlin eine internationale Konferenz an, die eine Eskalation der Lage in Libyen verhindern soll. Zu dem Treffen auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel unter der Ägide der UN werden nicht nur die beiden libyschen Konfliktparteien, sondern auch Vertreter der USA, Russlands, Großbritanniens, Chinas, der Türkei sowie der Europäischen Union erwartet. Ob der von den Vereinten Nationen (UN) anerkannte libysche Regierungschef Fajes al-Serradsch und sein Gegenspieler General Chalifa Haftar am Sonntag tatsächlich kommen, gilt allerdings als unklar.

Haftar führt mit seinen Truppen seit Monaten eine Offensive gegen die Hauptstadt Tripolis. Bei Verhandlungen in Moskau hatte er jüngst eine Waffenruhe-Vereinbarung nicht unterzeichnet, während Serradsch dies tat. Während auch die Türkei Regierungschef Serradsch stützt, erhält Haftar Hilfe von Russland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Jordanien.

Mehr: Gegenüber Merkel hat Griechenlands Premier Mitsotakis beklagt, beim Libyen-Gipfel in Berlin nicht am Tisch sitzen zu dürfen. Athen droht mit Blockaden von EU-Beschlüssen.

  • rtr
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