Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vor Geberkonferenz Hilfsorganisationen warnen vor Hungerkatastrophe in Afghanistan

Rund 13 Millionen Menschen seien von Hunger bedroht, so Experten. Wetterextreme, Corona und die nach wie vor angespannte Sicherheitslage machen dem Land zu schaffen.
22.11.2020 - 13:36 Uhr Kommentieren
Experten schätzen, dass sich im Zuge der Pandemie bereits ein Drittel der Bevölkerung mit Corona infiziert haben könnte. Quelle: AFP
Kinder in Afghanistan

Experten schätzen, dass sich im Zuge der Pandemie bereits ein Drittel der Bevölkerung mit Corona infiziert haben könnte.

(Foto: AFP)

Freiburg, Kabul In diesem Winter droht in Afghanistan nach Angaben der Hilfsorganisation Caritas auch wegen der Corona-Pandemie eine Hungerkatastrophe. „Die häufigen Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen in den vergangenen Jahren und die nach wie vor angespannte Sicherheitslage verhindern, dass die Menschen von der Bewirtschaftung ihrer Felder leben können“, sagte Vera Jeschke, Länderreferentin von Caritas international und zuständig für die Arbeit des Hilfswerks in Afghanistan am Samstag in Freiburg.

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Afghanistan steige. Experten schätzten bereits im Juli, dass fast ein Drittel der Bevölkerung - rund 10 Millionen Menschen - infiziert sei.

Anfang der Woche wird sich die internationale Gemeinschaft virtuell zu einer Geberkonferenz zusammenfinden, um Geld für Afghanistan zu sammeln. „Die Staatengemeinschaft muss die Mittel sinnvoll und friedensstiftend einsetzen, soll Afghanistan eine wirkliche Zukunft haben“, forderte Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes. Auf der Geberkonferenz in Brüssel vor vier Jahren wurden 15,2 Milliarden Dollar von den Staaten zugesagt.

Ekkehard Forberg vom Kinderhilfsorganisation World Vision erklärte: „Die Geberkonferenz muss umfangreiche finanzielle Hilfen für den Wiederaufbau und langfristige Entwicklungszusammenarbeit bereitstellen.“ Auch Anna Dirksmeier vom Entwicklungshilfswerk Misereor verwies auf die schwierige Lage in Afghanistan. „Die Not ist so groß, weil einfach zu viele Krisen zusammentreffen: anhaltende Kampfhandlungen und instabile Sicherheitslage, verlorene Ernten nach Dürren und Überschwemmungen und nun auch noch die Covid-19-Pandemie.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Als Folge seien 13 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Misereor forderte die Bundesregierung in der Mitteilung vom Samstag auf, bei der Geberkonferenz einen „sichtbaren Beitrag“ zu leisten und zudem einen Stopp der Sammelabschiebungen von ausreisepflichtigen Afghanen aus Deutschland zu beschließen.

    Afghanistan ist nach mehr als vier Jahrzehnten Krieg und Konflikten auf Entwicklungshilfe angewiesen. Rund 60 Prozent des Haushalts werden durch internationale Geldgeber finanziert. Weitere Finanzhilfen in Millionenhöhe gibt es für Polizei und Militär, die nicht Teil des nationalen Budgets sind. Der Konflikt geht trotz der laufenden Friedensverhandlungen weiter.

    Mehr: Afghanistan, China, Iran und der Mauerbau: Wie Trump seinem Nachfolger den Neuanfang erschwert

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Vor Geberkonferenz - Hilfsorganisationen warnen vor Hungerkatastrophe in Afghanistan
    0 Kommentare zu "Vor Geberkonferenz: Hilfsorganisationen warnen vor Hungerkatastrophe in Afghanistan"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%