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Weltwirtschaftsforum in DavosMerkel erklärt den Klimaschutz zur Überlebensfrage

In Davos mahnt die Kanzlerin eindringlich zur Einhaltung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens. Die Proteste der Jugend müssten ernstgenommen werden.Sven Afhüppe 23.01.2020 - 16:09 Uhr

Davos. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem 50. Weltwirtschaftsforum in Davos die Bewältigung der Umweltprobleme zur drängendsten Aufgabe erklärt. Die Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens könnte „eine Überlebensfrage“ werden, sagte Merkel. Das Thema Nachhaltigkeit sei von größter Bedeutung.

„Die Welt muss gemeinsam handeln. Leider sind nicht alle dabei, aber viele“, sagte die Kanzlerin an die Adresse von US-Präsident Donald Trump, der aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen ist. Der Preis des Nicht-Handelns sei größer als der Preis des Handelns, sagte die Kanzlerin.

Die Industrienationen sieht sie dabei in einer Bringschuld, was Innovation und Vorbildfunktion, aber auch den Einsatz eigener Mittel zur Förderung des Klimaschutzes weltweit betrifft. Die Umstellung auf Erneuerbare Energie sei schwierig für Deutschland, „wo die Sonne wenig scheint und der Wind unstet ist.“ In diesem Kontext unterstrich die Bundeskanzlerin die Bedeutung des sogenannten grünen Wasserstoffs, gerade für die Industrie. Aus der Wirtschaft habe sie diesbezüglich bereits positives Feedback erhalten.

Merkel betonte, dass die bevorstehende Transformation ein gigantisches und historisches Ausmaß haben werde, was gesellschaftliche Konflikte hervorrufe. Deutschland sei ein „relativ friedliches Land“, die Verwerfungen seien aber bereits zu beobachten. Man müsse die Kritik der jungen Generation sehr ernst nehmen.

„Die Zeit drängt, wir Älteren müssen die Ungeduld der Jugend positiv aufnehmen“, erklärte Merkel auf der Bühne in Davos, auf der Donald Trump zwei Tage zuvor einen praktisch gegenteiligen Vortrag mit Fokus auf Wirtschafts- und Eigeninteressen gehalten hatte.

Man müssen auch die Menschen mitnehmen, die dem Klimawandel skeptisch gegenüberstehen oder ihn sogar leugnen, sagte die Kanzlerin. Letzteren gab sie allerdings mit auf den Weg, dass diese Auffassung eine Glaubenssache sei, während ihre Agenda sich an eindeutigen wissenschaftlichen Fakten orientiere.

„Nationale Alleingänge sind das falsche Signal“

Merkel unterstrich das Ziel, dass Europa im Jahr 2050 als erster Kontinent klimaneutral sein will. Die neue EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen mahnte Merkel: „Wir müssen die Langsamkeit überwinden, sonst werden wir kein geopolitischer Faktor.“ Zudem müsse Europa klarer seine Stimme erheben. Von der Leyens kürzlich vorgestellter „Green Deal“ wurde von Merkel ausdrücklich gelobt.

Mit Blick auf den EU-China-Gipfel im September in Leipzig kündigte die Kanzlerin an, dass man unter anderem über die Verknüpfung des europäischen und chinesischen Emissionshandelssystems sprechen werde. Ein solcher Schritt könne einen großen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Generell stand Merkels Rede im Zeichen von Kooperation und gemeinsamer Abstimmung. „Nationale Alleingänge sind 75 Jahre nach Kriegsende das völlig falsche Signal“, appellierte die Kanzlerin.

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