Wirtschaft der Ukraine: Die Erfolgsgeschichte des ukrainischen IT-Sektors geht zu Ende
Viele ukrainische IT-Spezialisten verlieren den Anschluss an die globale Branche, weil sie das Land nicht verlassen können.
Foto: IMAGO/ZUMA WireWien. Die IT-Branche der Ukraine ist ein Phänomen. In den vergangenen Jahren hat sie einen rasanten Aufschwung erlebt und selbst 2022 nahmen die Exporte von IT-Dienstleistungen laut den Zahlen der ukrainischen Zentralbank (NBU) noch zu. Auf 7,4 Milliarden Dollar beliefen sich die ausländischen Erlöse, vor zehn Jahren war es erst ein Siebtel davon gewesen.
Doch nun zeigt sich, dass der Krieg auch diesen Sektor schleichend zerstört. Laut NBU sind die Ausfuhren von IT-Dienstleistungen im Januar und Februar 2023 im Vergleich mit dem Vorjahr um 27 Prozent gesunken.
„Wir befinden uns in einem perfekten Sturm“, sagte Stepan Mitish, der Ukrainechef des IT-Riesen Epam, kürzlich bei einer Branchenkonferenz. Zum Krieg als dem Hauptübel kamen als Erschwernisse jüngst der globale Wirtschaftsabschwung und die hohen Zinsen hinzu, die Investitionen in die IT-Infrastruktur verteuern. Softwarefirmen haben weltweit Zehntausende Stellen gestrichen.
Auch in der Ukraine gab es bereits Entlassungen, und die verbliebenen Angestellten laufen Gefahr, infolge des Krieges den Anschluss an die internationale Community zu verlieren, weil sie die Ukraine nicht verlassen dürfen. „Dabei sollten wir weiterhin an internationalen Konferenzen teilnehmen können“, sagt Roman Prokofiev, der Mitgründer der Jobsuchmaschine Jooble.