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ArbeitsmarktIm Februar 509.000 mehr Arbeitslose als vor einem Jahr

Der Lockdown macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar: Die Zahl der Menschen ohne Job hat zuletzt zugelegt – zwar nur leicht, aber untypisch für den Zeitpunkt im Jahr.Frank Specht 02.03.2021 - 13:11 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die Zahl der Menschen ohne Job in Deutschland ist im Februar saisonuntypisch gestiegen.

Foto: dpa

Berlin. Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar leicht gestiegen, obwohl um diese Jahreszeit normalerweise eine leichte saisonübliche Erholung einsetzt. Ein Grund sei der anhaltende Corona-Lockdown in vielen Branchen, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele. Insgesamt zeige sich der Arbeitsmarkt rund ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie aber robust: „Die Kurzarbeit sichert weiter in großem Umfang Beschäftigung und verhindert Arbeitslosigkeit“, sagte Scheele.

Im Februar waren bei der BA 2,9 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet – 4000 mehr als im Vormonat. Saisonbereinigt lag das Plus bei 9000. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Zahl um 509.000. Die Arbeitslosenquote beträgt unverändert 6,3 Prozent.

Den Corona-Effekt beziffert die Nürnberger Behörde für Februar auf 34.000 zusätzliche Arbeitslose. Seit April vergangenen Jahres schlägt die Pandemie mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um 510.000 zu Buche – ein leichter Anstieg gegenüber dem Vormonat. Im Juni 2020 war der Corona-Effekt mit fast 640.000 zusätzlichen Arbeitslosen allerdings noch deutlich stärker ausgeprägt.

Ursächlich seien nicht in erster Linie Entlassungen, sondern weniger Abgänge aus der Arbeitslosigkeit, erläuterte Scheele. weil der Arbeitsmarkt derzeit kaum aufnahmefähig sei, drohe ein neuer Sockel bei der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Zahl der Menschen, die schon ein Jahr und länger vergeblich nach einem Job suchen, ist erneut leicht um zwei Prozent auf 1,01 Millionen gestiegen.

Als positives Zeichen wertete Scheele, dass sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung relativ robust zeigte. Im Dezember gab es 33,7 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte – saisonbereinigt 64.000 mehr als im Vormonat.

Die Zahl der Kurzarbeiter lag im Dezember nach hochgerechneten Daten bei 2,39 Millionen –13.000 mehr als im November, aber weit entfernt von den fast sechs Millionen im April vergangenen Jahres. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe sei die Zahl der Kurzarbeiter auf zuletzt 700.000 wieder deutlich gesunken, sagte Scheele.

Krise reißt tiefe Löcher in die Kasse der Arbeitsagentur

Betrachtet man die einzelnen Wirtschaftszweige, stellt sich die Situation derzeit sehr unterschiedlich dar. Bei den sozialen Dienstleistungen, im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen werde Beschäftigung aufgebaut, sagte der BA-Chef. Im Verarbeitenden Gewerbe, bei den wirtschaftlichen Dienstleistungen und selbst in der Zeitarbeit sei eine Erholung spürbar.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar bundesweit leicht gestiegen. Damit Unternehmen mehr Fachkräfte ausbilden, kündigte Hubertus Heil am Dienstag an, die Ausbildungsprämien zu verdoppeln. Auch die Vergütung der Ausbilder soll bezuschusst werden.

Stellenabbau gebe es vor allem in den weiter vom Lockdown betroffenen Branchen wie dem Einzelhandel oder der Gastronomie. So seien infolge von Corona bereits 530.000 Minijobs abgebaut worden.

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Die anhaltende Krise wird auch in diesem Jahr tiefe Löcher in die Kasse der Arbeitsagentur reißen. Wegen des anhaltenden Lockdowns ist absehbar, dass allein für die Kurzarbeit statt der veranschlagten sechs Milliarden Euro wohl eine doppelt so hohe Summe benötigt wird.

Scheele sprach sich aber gegen eine vorgezogene Erhöhung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung aus, der nach geltender Rechtslage 2023 von 2,4 auf 2,6 Prozent steigen soll. „Wir sollten jetzt nicht dazu beitragen, die Arbeitskosten zu erhöhen“, betonte der BA-Chef.

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