China: Chinesische Investitionen in Europa auf dem tiefsten Stand seit 13 Jahren
Berlin. Die Investitionen chinesischer Unternehmen in Europa sind auf dem tiefsten Stand seit 13 Jahren. Das zeigt eine Analyse des Berliner China-Thinktanks Merics und des Analysehauses Rhodium Group, die dem Handelsblatt exklusiv vorab vorliegt.
Demnach fielen die Direktinvestitionen aus der Volksrepublik in Europa im vergangenen Jahr auf 6,8 Milliarden Euro – 2022 hatten sie noch bei 7,1 Milliarden Euro gelegen. Die Autoren zählen zu Europa die Mitgliedsländer der Europäischen Union und das Vereinigte Königreich. Fusionen und Übernahmen (M&A) gingen im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent zurück.
Zu ähnlichen Ergebnissen war Anfang des Jahres bereits eine Analyse der Unternehmensberatung EY gekommen. Demnach sank die Zahl der Übernahmen von europäischen Firmen durch chinesische Käufer im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr von 139 auf 119.
Im Jahr 2016, dem Höhepunkt der Übernahmen, seien noch 309 Zukäufe chinesischer Unternehmen registriert worden, heißt es von der Unternehmensberatung. Hauptziel für chinesische Käufer sei 2023 Deutschland gewesen.
Die Gründe für den Rückgang der Investitionen chinesischer Unternehmen in Europa sind nach Einschätzung der Experten von Merics und Rhodium Group sowohl in China als auch in Europa zu finden.